Das Licht und die Farben auf den Kapverden werden Sie nie vergessen. Weder den türkisblauen Ozean noch die sattgrünen Tropentäler, weder die bunten Kopftücher der Marktfrauen noch die bunten Fischerboote auf dem weißen oder schwarzen Sandstrand oder die silbern glänzenden Fischleiber. Sie werden auch die Menschen nicht so schnell vergessen. Weniger wegen ihrer bunten, lebensfrohen Kultur, sondern wegen ihrer Wesensart. Die Menschen auf den Kapverden sind freundlich und fröhlich und behandeln ihr Gegenüber mit so viel Respekt, dass sie Ihnen lange in Erinnerung bleiben werden.
Am weißen Sandstrand vor dem türkisfarbenen, klaren Ozean liegen Fischerboote, eine frische Brise mildert die stechende Sonne. Der Dorfplatz und die engen Kopfsteingassen wirken verlassen, nur ein paar Kinder vergnügen sich mit selbst gemachtem Spielzeug. Auf dem Gemüsemarkt, dem Zentrum jedes Orts, herrscht allerdings lebhaftes Durcheinander. Bunte Kleider und Kopftücher, freundliche Gesichter, Berge leuchtender Früchte.
Am Straßenrand hocken Frauen vor Schüsseln voll silbrig glänzender Fische, eine Gruppe von Männern sitzt im Schatten eines Baums und spielt Karten. Gemächlich geht es zu - und ganz entspannt; man hat Zeit, man hat Ruhe, und Geduld hat man auch. Die ruhige Gelassenheit der Menschen auf Kap Verde ist bemerkenswert. Und das, obwohl das Leben hier so hart ist, dass zwei Drittel der Bevölkerung im Ausland leben.
Cabo Verde - das grüne Kap - trägt einen irreführenden Namen. Denn die Inselgruppe im Atlantischen Ozean, 460 km vor der Westküste Afrikas, ist alles andere als grün. Der 4033 km² große Archipel aus 15 Inseln liegt in den Ausläufern der Sahelzone und leidet unter extremer Hitze und Trockenheit.
Nur auf fünf der neun bewohnten Inseln gibt es, falls der jährliche Regen nicht ausbleibt, genügend Wasser für die Landwirtschaft. 90 Prozent der Nahrungsmittel müssen importiert werden, Tendenz steigend. Die vier anderen sind knochentrocken; braune Wüsten, deren...
vereinzelte Berge die Wolken, die der stete Nordostwind heranträgt, nicht aufhalten können. Man unterscheidet zwischen den Inseln über dem Wind (Barlavento) und denen unter dem Wind (Sotavento) oder nach der geografischen Lage: drei flache, wüstenhafte Ostinseln sowie je drei von verschieden hohen Gebirgen geprägte Nord- und Südinseln. Jede Inselgruppe und jede Insel ist anders. Die Ostinseln Sal, Boavista und Maio haben herrliche weiße Sandstrände und sind ein Paradies für Wassersportler. Im Norden liegen Santo Antão und São Nicolau mit grandiosen Gebirgspanoramen und Tropentälern sowie São Vicente mit der Hafenmetropole Mindelo. Im Süden finden Sie die Hauptstadtinsel Santiago, die fast 3000 m hohe Vulkaninsel Fogo und das abgeschiedene, beschauliche Brava.
Die bis 1461 unbewohnten Inseln wurden von Seefahrern, die im Auftrag des portugiesischen Königs unterwegs waren, entdeckt. Als Überseekolonie Portugals wurde Kap Verde innerhalb weniger Jahrzehnte zum Drehkreuz des Sklavenhandels zwischen Afrika, Europa und Amerika. Auf Santiago trafen weiße Auswanderer aus Europa auf einen wachsenden Strom schwarzer Sklaven aus Afrika. Die gemeinsamen Kinder waren die erste Generation eines neuen Volks: der Kreolen. Gene, Traditionen, Bräuche und Sitten zweier Kontinente brachten eine Bevölkerung hervor, die ebenso viele verschiedene Hauttöne aufweist wie Eigenarten in Kultur und Lebensart. Die kreolische Kultur ist lebensfroh und bunt, in ihrer gefühlvollen Musik, ihren Tänzen, ihren täglichen Gepflogenheiten. Von Kap Verde aus nahm das kreolische Volk seinen Weg nach Südamerika und in die Karibik. Übersprudelnde Lebenslust bei Karnevalsumzügen mit schönen Tänzerinnen in prunkvollen Federkostümen gibt es nicht nur dort - fahren Sie nach Mindelo oder São Nicolau! Keineswegs als Gegensatz dazu haben besonders viele christliche Traditionen ihren Platz. Prächtige Messen und Prozessionen sind ganz nach dem Geschmack der Kapverdier, und man feiert die Vielzahl von religiösen...
Festen mit fröhlicher Inbrunst und Lebensfreude.
Gut die Hälfte der rund 450000 Inselbewohner lebt auf Santiago, davon etwa 120000 in der Hauptstadt Praia. Etwa 700000 Kapverdier leben im Ausland, vor allem in den USA, Portugal, Frankreich und Westafrika. Immer wieder auftretende Dürre- und Hungerkatastrophen kosteten bis in die 1940er-Jahre vielen Menschen das Leben, noch mehr mussten auswandern oder sich als Sklaven verkaufen, um nicht zu verhungern. Die Generation der heute 55- bis 70-Jährigen fehlt deshalb fast völlig. Derzeit liegt das Durchschnittsalter bei 20 Jahren.
Noch bis vor wenigen Jahren gehörten die Kapverden zu den ärmsten Ländern der Erde. Nach 500 Jahren kolonialer Ausbeutung durch Portugal erlangte das Land 1975 die politische Unabhängigkeit. Deren Wegbereiter war der kapverdische Freiheitskämpfer Amílcar Cabral, der 1956 an der Gründung der Unabhängigkeitspartei PAIGC beteiligt war. Er wurde 1973 ermordet und ist noch heute eine wichtige Symbolfigur im politischen und gesellschaftspolitischen Alltag auf Kap Verde. Erst nach dem Ende der Kolonialzeit konnte sich das Land, das unter der faschistischen Diktatur Salazars (1928-74) extrem vernachlässigt worden war, langsam von der systematischen Ausbeutung erholen. Seit 1991 gibt es ein demokratisches Mehrparteiensystem, und Kap Verde ist eine pluralistisch-parlamentarische Republik.
In den letzten 25 Jahren gelang eine politische und wirtschaftliche Wende, die es dem Land erlaubte, Hunger und Armut zu trotzen. Von großer Bedeutung ist dabei der Tourismus. Die Inseln Sal und Boavista werden derzeit mit der nötigen Infrastruktur versehen, um weitaus mehr Urlauber auf die Kapverdischen Inseln zu locken als bisher. Für Individualtouristen werden die Gebirgsinseln des Archipels immer interessanter, denn auch hier stellt man sich mehr und mehr auf Urlauber ein.
Neben den charakteristischen Merkmalen der einzelnen Inselgruppen ist die vielerorts noch vorhandene Kolonialarchitektur aus dem...
17. bis 19. Jh. für Besucher interessant. Die Gebäude leuchten in vielerlei hellen Pastelltönen und kolorieren die Geschichte der Inseln ebenso farbenfroh wie die kapverdische Kultur und Traditionen. Die Pflege ihrer Traditionen und v.a. ihre Musik sind für die Kapverdier lebenswichtig. Damit ist es ihnen möglich, in der unwirtlichen Umgebung nicht nur zu überleben, sondern ein Leben in bewundernswerter Würde und Freude zu führen. Bringen Sie Zeit und Neugier mit, um sich auf diese Menschen und ihre bunte Welt einzulassen.
ab 1456
Entdeckung und Kolonialisierung der Kapverden durch Portugal
1461
Auf Santiago entsteht die erste Siedlung: Ribeira Grande
1466
Ribeira Grande erhält das Monopol für den Sklavenhandel mit Westafrika
1533
Ribeira Grande wird erster katholischer Bischofssitz außerhalb Europas
1580-1640
Spanische Herrschaft über Portugal und die Kapverden
1645
Aufhebung des Sklavenhandelsmonopols
1731
Praia wird Hauptstadt
1810
Erste Saline auf Boavista
1838
Beginn des Salzhandels auf Sal
1850
Britische Handelshäuser errichten Kohlebunker in Mindelo
1885
Mindelo ist Schaltstation des ersten transatlantischen Telegrafenkabels
1956
Gründung der PAIGC (Afrikanische Partei für die Unabhängigkeit von Guinea-Bissau und Kap Verde)
1975
Entlassung der portugiesischen Kolonie in die politische Unabhängigkeit. Die PAIGC ist die einzige Partei und regiert den jungen Inselstaat
1981
Politische Trennung von Guinea-Bissau, Umbennenung der PAIGC in PAICV
1990
Eine Verfassungsänderung beschließt das Mehrparteiensystem
1991
Erste parlamentarisch-demokratische Wahlen, die MPD (Bewegung für Demokratie) erhält 78 % der Stimmen
2001
Die sozialdemokratische PAICV übernimmt wieder die Regierung
2006
Die PAICV bleibt Regierungspartei
Handeln statt reden
Reisen bereichert und verbindet Menschen und Kulturen. Jedoch: Wer reist, erzeugt auch CO2. Dabei trägt der Flugverkehr mit bis zu 10 % zur globalen Erwärmung bei. Wer das Klima schützen will, sollte sich somit nach Möglichkeit für die schonendere Reiseform (wie z.B. die Bahn) entscheiden. Wenn keine Alternative zum Fliegen besteht, so kann man mit atmosfair handeln und klimafördernde Projekte unterstützen.
atmosfair ist eine gemeinnützige Klimaschutzorganisation.
Die Idee: Flugpassagiere spenden einen kilometerabhängigen Beitrag für die vonihnen verursachten Emissionen und finanzieren damit Projekte in Entwicklungsländern, die dort helfen den Ausstoß von Klimagasen zu verringern. Dazu berechnet man mit dem Emissionsrechner auf www.atmosfair.de wie viel CO2 der Flug produziert und was es kostet, eine vergleichbare Menge Klimagase einzusparen (z.B. Berlin-London-Berlin: ca. 13 Euro). atmosfair garantiert, unter der Schirmherrschaft von Klaus Töpfer, die sorgfältige Verwendung Ihres Beitrags. Auch der MairDumont Verlag fliegt mit atmosfair.
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Tragen Sie zum Schutz der Meeresschildkröten bei
Seit rund 225 Mio. Jahren bevölkern Meeresschildkröten unseren Planeten. Sie überstanden Eiszeiten und Kontinentalverschiebungen, erlebten, wie sich Säugetiere entwickelten - und zuletzt der Mensch. Heute sind die lebenden Fossilien vom Aussterben bedroht. Immer noch wird mit Schildkrötenfleisch, Schildpatt und Schildkröteneiern gehandelt, obwohl es streng verboten ist. Zunehmend fordern auch Umweltverschmutzung sowie die Zerstörung und Besiedlung von Niststränden ihren Preis, und eine Vielzahl von Tieren landet in Schleppnetzen. Auch Sie können helfen, diese faszinierenden Geschöpfe zu schützen: Kaufen Sie keine Souvenirs aus Schildpatt, beachten Sie die Schutzmaßnahmen für Niststrände, und äußern Sie Ihren Unmut, falls Ihnen Schildkrötenprodukte angeboten werden. Weitere Infos auf www.sostartarugas.org und www.turtle-foundation.org.
Der Herr der Inseln
Historischer Roman von Maria Isabel Barreno über den portugiesischen Kapitän Manuel Martins, der 1792 auf Boavista Schiffbruch erlitt, und über das Leben auf den Kapverden Mitte des 19. Jhs.
Das Testament des Napumoceno
Herr Napumocenos Aufstieg vom Habenichts zum wohlhabenden Kaufmann ist ein humorvolles Porträt der kapverdischen Gesellschaft. Von Germano Almeida 1997 verfilmt, mit Cesária Évora in einer Nebenrolle.
São Nicolau Individual
Michael Mary lebt mehrere Monate im Jahr auf São Nicolau und hat einen Reiseführer über die Insel verfasst. Viele Informationen, vor allem solche, an die man als Außenstehender sonst nicht herankommt (www.saonicolau.de).
Kapverden - die vergessenen Inseln
Langustenfischer, Familienväter und aluguer-Fahrer erzählen von Kap Verde. Reportage über Leben und Lebensgefühl auf den Vulkaninseln vor Westafrika (NDR 2002).
Die Kapverden - Vulkaninseln im Wüstenwind
Stimmungsvolle Dokumentation mit Schwerpunkt Entstehung und Veränderung der kapverdischen Vulkanlandschaften sowie ihrer Tier- und Pflanzenwelt (Arte 2004).
http://derfu.de
Das deutsche Online-Tagebuch von Christian Müller, der in Tarrafal auf Santiago lebt.
http://wegenstein.net
Blogger Florian Wegenstein leitet ein Jugendzentrum und eine Fußballschule auf Santiago.
http://bjornholm-ottosson.blogspot.com
Der Schwede Ulf Björnholm Ottosson bloggt in Praia auf Englisch.
www.sodadeonline.com/blogs
John Mooney aus den USA kennt Kap Verde seit 15 Jahren und stellt auf Englisch seine Erlebnisse ins Netz.
www.youtube.com/watch?v=NbY7DBLw010
Der bekannteste Song von den Kapverden: „Sodade", gesungen von Cesária Évora.
www.youtube.com/watch?v=fIsicP4k1ZE
Typisch Kap Verde: Tito Paris singt „Ña Pretinha".
www.youtube.com/watch?v=66-g5pjyAM0 und http://br.youtube.com/watch?v=MfF8c-En9o0
Eindrücke von Sal.
www.youtube.com/watch?v=NbY7DBLw010
Virtuelles Fotoalbum eines Santo-Antão-Urlaubs.
www.youtube.com/watch?v=Kj-nLzzDyNY
São-Vicente-Bilder.
www.ecaboverde.com
Umfangreiche Fotogalerie zu allen Inseln.
www.kapverden.de/forum
Informations- und Erfahrungsaustausch von Touristen sowie Auswanderern und Residenten.
Für den Inhalt der Blogs & Podcasts übernimmt die MARCO POLO Redaktion keine Verantwortung.
Auf den Kapverden ist Sand nicht gleich Sand
Weiße Traumstrände auf den Ostinseln, märchenhafte schwarze Sandbuchten im Norden und Süden. Der schwarze Sand besteht aus verwittertem Vulkangestein der geologisch noch jungen Inseln. Bei Tarrafal auf São Nicolau enthält er Jod und Titan - er soll bei Rheumabeschwerden helfen, wenn man ihn in ein Tuch einbindet und auf die schmerzende Stelle legt. Auf den Ostinseln ist der Sand aus erodiertem Inselgestein von heller Farbe. Die Inselgruppe ist geologisch weitaus älter und besteht aus fossilen Sedimentgesteinen und Korallenablagerungen. Zum Sand aus Inselgestein kommt Flugsand vom afrikanischen Kontinent. Feiner, weißer Saharasand überquert bis zu 700 km weit den Ozean und lagert sich an den Ostseiten der Inseln ab.
Vulkangebirge unter Wasser
Die Kapverden sind die über dem Meeresspiegel liegenden Spitzen gigantischer unterseeischer Vulkangebirge. Sie entstanden vor 135 Mio. Jahren. Die drei östlichen Inseln kamen vor rund 26 Mio. Jahren zur Ruhe, die westlicheren Inseln falteten sich weiter auf - bis sie fast 3000 m Höhe erreichten. Der einzige heute noch aktive Vulkan befindet sich auf Fogo. Beim letzten Ausbruch 1995 konnten sich die Bewohner noch zu Fuß in Sicherheit bringen, bevor die glühende Lava das Land, Gebäude und die Straße unter sich begrub. Der imposante Schildvulkan des Pico do Fogo ist gleichzeitig der höchste Berg der Kapverden. Die eindrucksvollsten Einsturzkrater besitzen die Chã das Caldeiras auf Fogo (9 km Durchmesser), der unterseeische Krater des Hafens in Mindelo (4 km) und auf Santo Antão die Cova do Paúl (800 m).
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