Kenia - das ist noch immer ein Hauch von Garten Eden. Das sind einsame Buchten am Indischen Ozean, lang gestreckte weiße Sandstrände, von Palmen gesäumt und von Korallenriffen vor Haien geschützt; das sind grüne Hügel am fernen Horizont, weites Grasland, über das riesige Elefantenherden ziehen, auf dem Löwen und Geparden jagen. Kenia ist ein Land der Gegensätze, das dem Besucher eine einmalige Vielfalt bietet: tropischen Urwald, erloschene Vulkane und aktive Geysire, sonnendurchglühte Wüsten und eisige Gletscher. Ob Erholung oder Abenteuer pur, Kenias Angebot ist weit gefächert.
Ein Schleier leichten Morgennebels liegt noch über der Landschaft, nur schemenhaft erkennbar die dunkle Masse einer Büffelherde, am Horizont ein erster rosa Streifen. Wenige Minuten noch, dann wird der feuerrote Ball der Sonne aufsteigen und die Landschaft in ein unwirkliches Licht tauchen, wird ein vielstimmiges Konzert der Vögel einsetzen.
Wer einmal auf Safari den Tagesbeginn in der Einsamkeit des ostafrikanischen Graslands erlebt hat, wird dieses Erlebnis nie wieder vergessen. Kenias endlos scheinende Weiten grüner Savannen, eine Tierwelt, die in ihrer Artenvielfalt einmalig ist - das allein macht das ostafrikanische Land am Äquator zu einem außergewöhnlichen Urlaubsziel. Doch Kenia hat noch mehr zu bieten. Wer Sonne und Meer sucht, wird sein Paradies an den Stränden des Indischen Ozeans finden: feiner weißer Sand und türkisfarbenes Wasser, eine aufregende Meeresfauna und -flora in den National Marine Parks.
Schwimmen, Schnorcheln, Tauchen, Surfen, Kitesurfen, Segeln, Hochseeangeln: dem Aktivurlauber sind kaum Grenzen gesetzt. Für Gipfelstürmer ist der Mount Kenya die Herausforderung, ein (noch) schneebedeckter Fünftausender, das Wahrzeichen des Landes. Wer sich auf Spurensuche nach den Anfängen der Menschheit machen möchte, kann dies am Turkana-See in Koobi Fora tun, der weltberühmt gewordenen Fundstätte eines 1,6 Mio. Jahre alten Homo erectus. Oder im National Museum in...
Nairobi, wo das vollständig erhaltene Skelett ausgestellt ist.
Ebenso abwechslungsreich ist die Geografie des Landes. Kenia, anderthalbmal so groß wie Deutschland, liegt je zur Hälfte nördlich und südlich des Äquators. Ein Land mit nahezu allen Klima- und Vegetationszonen der Tropen: vom regenreichen Küstenstreifen mit üppiger Vegetation am Indischen Ozean über das fruchtbare Farmland im Zentralen Hochland, tropischen Regenwald und alpine Gletscher am Mount Kenya bis zu den Halbwüsten und Wüsten im Norden am Lake Turkana, dem größten Sodasee der Welt. Ein Land der sanften Hügel und weiten Savannen, der Seen, Berge und Flüsse.
Eine geografische Besonderheit ist das Rift Valley, das sich von Norden nach Süden über das ganze Land zieht. Es ist Teil des Großen Afrikanischen Grabenbruchs, eines gewaltigen Risses in der Erdkruste, der sich von Jordanien bis Mosambik erstreckt, vor Millionen von Jahren entstand und eine der dramatischsten Landschaften Kenias ist. Tief unten auf der Grabensohle glitzert eine Perlenkette von sieben Seen, Brutstätte Zehntausender von Flamingos, am Grabenrand türmt sich eine gewaltige Gebirgskette auf, die Aberdares, ein einsames, dicht bewaldetes Bergland mit ausgedehnten Hochmooren und hoch aufragenden Vulkankegeln.
Fast alle Regionen sind touristisch erschlossen, insbesondere die gut besuchten Nationalparks Masai Mara, Tsavo und Amboseli. An der Küste und in den größeren Städten ist die Auswahl an Unterkunftsmöglichkeiten groß: vom Luxushotel bis zu einfachen Blockhütten (Bandas) für Selbstversorger. Glücklicherweise sind Kenia die Betonburgen des Massentourismus weitgehend erspart geblieben. In den Nationalparks bieten Lodges guten Komfort, Zeltcamps gibt es in allen Ausstattungsgraden.
Auch wie man sich im Lande bewegt, ist eine Frage der finanziellen Möglichkeiten. Wer die Pirschfahrt nicht im Minibus mit anderen teilen möchte, kann eine Safari im klassischen Stil buchen. Wer es preiswerter, aber auch knochenhart mag,...
für den empfiehlt sich eine Safari mit einer bunt zusammengewürfelten Reisegruppe im umgebauten Lkw, in Kenias wilden Norden oder in Wildreservate und Nationalparks.
Kenias Bevölkerung ist, wie die Landschaft, ein vielfältiger Mix: über 33 Mio. Menschen aus über vierzig Völkern unterschiedlicher Kulturen und Sprachen. Dazu kommen Europäer und Inder - eine multikulturelle Gesellschaft, der Schmelztiegel dreier Glaubensgemeinschaften: Christen, Hindus und Moslems. Alle drei leben seit Generationen in friedlicher Koexistenz. Nicht immer friedlich geht es zwischen den einzelnen Volksstämmen zu. Rivalitäten flammen zumeist in Zeiten von Wahlkämpfen auf. Trotzdem, Kenia ist das Schicksal der meisten seiner Nachbarländer erspart geblieben. Von einem kurzen Putschversuch abgesehen, war und ist es eine friedliche Insel in einem von Kriegswirren geplagten afrikanischen Kontinent. Mit einer wechselvollen Geschichte: Schon im 9. Jh. war ein blühendes Handelszentrum entstanden, denn mit den Monsunwinden kamen Schiffe aus China, Ceylon, Indien und Persien, um Seide, Brokat, Glas und Porzellan gegen Elfenbein und Sklaven zu tauschen. 1498 kreuzte der Portugiese Vasco da Gama auf, und ein Jahrhundert portugiesischer Herrschaft begann. Den Portugiesen folgten die Briten. Kenia wurde Kronkolonie. Der „Wind des Wechsels", der das Ende der Kolonialzeit in Afrika einleitete, brachte Kenia 1963 die Unabhängigkeit.
Unter den folgenden Regierungen blieb das Land westlich ausgerichtet, allerdings fehlte es nicht an Turbulenzen. Politisch motivierte Unruhen vor den Wahlen 1997 an der Küste, vor allem aber zwei Anschläge der Terrororganisation Al Kaida in Mombasa 2002 ließen die Zahl ausländischer Besucher drastisch sinken. Mit spürbaren Folgen für die Tourismusindustrie, den wichtigsten Devisenbringer des Landes. Das hat sich geändert. Seit 2005 verzeichnen Hotels und Safari-Unternehmen Rekordzahlen: 1,8 Mio. Besucher wurden 2007 erwartet. Eine weitere neue Entwicklung: Waren in den...
Hotels und Lodges jahrelang fast ausschließlich weiße Gäste zu finden, gibt es jetzt zunehmend auch Kenianer, die es sich leisten können, Urlaub im eigenen Land zu machen.
Wie sicher ist es, Urlaub in Kenia zu machen? Tatsache ist, dass Kenia eine hohe Kriminalitätsrate hat, vor allem in Nairobi, wo die Schere zwischen Arm und Reich besonders weit auseinanderklafft. In den letzten Jahren wurden aber erhebliche Anstrengungen unternommen, die Sicherheit ausländischer Besucher zu gewährleisten. Polizei, Armee und Kenias Naturschutzbehörde KWS haben Sondereinheiten gebildet, Patrouillen wurden verstärkt. Maßnahmen, die inzwischen zu greifen scheinen.
Der Kontakt mit Kenianern ist eine vielschichtige Erfahrung. Für die meisten Urlauber werden Hotelpersonal, Fahrer und Safariführer die ersten Einheimischen sein, die sie kennen lernen. Kenianer sind freundlich und hilfsbereit, aber man sollte nicht erwarten, innerhalb weniger Stunden Freunde fürs Leben zu finden. Afrikas Uhren gehen anders. Und die unterschiedlichen Maßstäbe können leicht zu Missverständnissen führen: Für viele Kenianer ist jeder weiße Europäer, der es sich leisten kann, zum Abendessen eine Flasche Wein zu trinken, die seinen Monatslohn übersteigt, ein reicher Mann. Aber lassen Sie sich einfach anstecken von der herzlichen Offenheit Ihrer Gastgeber, und genießen Sie Ihren Urlaub in einem faszinierenden Land!
12.-15. Jh.
Blütezeit der Swahili-Kultur. Malindi und Mombasa sind städtische Handelszentren
1498
Vasco da Gama landet in Malindi
1699
Die Omanis erobern Mombasa - Ende der portugiesischen Herrschaft an der ostafrikanischen Küste
18./19. Jh.
Hochzeit des Sklavenhandels
1920
Das Protektorat Ostafrika wird britische Kronkolonie und erhält den Namen „Kenya"
1952-60
Die britische Regierung verhängt den Ausnahmezustand. Mau-Mau-Aufstand
1963
Kenia wird unabhängig, Jomo Kenyatta erster Präsident des Landes
1978
Tod Kenyattas. Nachfolger wird Daniel arap Moi
1982
Putschversuch gegen die Regierung Moi scheitert. Einschränkung der Rede-, Presse- und Versammlungsfreiheit
1991
Eine Verfassungsänderung beendet das Einparteiensystem. Die Oppositionsbewegung FORD wird gegründet
1992
Zum ersten Mal seit 26 Jahren finden freie Parlamentswahlen statt. Die Oppositionsparteien verlieren. Präsident Moi gewinnt die Präsidentschaftswahlen
1998
Bombenanschlag auf die US-Botschaft in Nairobi, verübt wahrscheinlich von islamischen Fundamentalisten
2002
Ende der Ära Moi. Eine „Regenbogen"-Koalition gewinnt Parlaments- und Präsidentschaftswahlen. Reibungslose Machtübergabe an den neuen Präsidenten Mwai Kibaki.
2007
Präsidentschaftswahlen
Eines der letzten Wildparadiese ist in Gefahr
Der Schutz und Erhalt auch dieses Nationalreservats ist für Kenia in erster Linie ein Kostenfaktor. Es ist Land, das weder bebaut noch landwirtschaftlich genutzt werden kann. Sind Elefanten wichtiger als Menschen? So fragen die Massai, die Weideplätze brauchen. Touristen aber wollen Großwild sehen und keine Rinder. 200000 Besucher jährlich hinterlassen Spuren. Pisten und Infrastruktur intakt zu halten ist kostspielig. Deshalb hat die Regierung einem Experiment zugestimmt. Anders als in den anderen Parks, in denen die Naturschutzbehörde Kenya Wildlife Service verantwortlich ist, hat ein Privatunternehmen das Management des Masai-Mara-Reservats übernommen. Naturschutz ja, aber nur, wenn er Einnahmen bringt.
www.travelblog.org/Africa/Kenya
englischsprachige Seite mit allgemeinen Fakten über einzelne Regionen, auch Reiseberichte und Meinungsforum.
www.outback-africa.de/blog
bietet aktuelle Reiseberichte und Reisetipps zu Afrika.
http://nairobinow.wordpress.com
Blogs zu aktuellen Ausstellungen, Konzerten etc.; auch Veranstaltungskalender.
www.Kenia-facts.de/blog
Zusammenstellung aktueller Meldungen, Artikel und Sendungen über Kenia.
www.pocastingnews.com/details/feeds.feedburner.com/Kenya-news.htm
Podcasts mit aktuellen Nachrichten aus Politik, Gesellschaft und Kultur.
www.surfmusik.de/land/kenia.html
Liveprogramme kenianischer Radiosender zum Herunterladen.
Anmerkungen zur aktuellen Sicherheitslage
Kenia gilt als Rückzugsgebiet der islamistischen Terrorgruppe Al Kaida. Nach zwei Anschlägen auf israelische Einrichtungen 2002 ist es allerdings nicht zu weiteren Aktivitäten gekommen. Dennoch warnt das deutsche Auswärtige Amt: „In Kenia sind terroristische Anschläge nach wie vor nicht auszuschließen. Es wird zu besonderer Vorsicht und Wachsamkeit geraten, insbesondere auf öffentlichen Plätzen, an religiösen Stätten sowie beim Besuch von westlichen Einrichtungen und touristischen Sehenswürdigkeiten". Weiterhin konkret ist die Gefahr vor Raubüberfällen. Auch wenn die Regierung verstärkt Polizei einsetzt und der KWS Sondereinheiten der Ranger bereit gestellt hat, kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. Wer auf eigene Faust auf Safari geht, sollte sich vorher über die Lage in der Region erkundigen, z.B. bei der Deutschen Botschaft. Erhöhte Gefahr besteht in den nördlichen und nordöstlichen Landesteilen sowie in der Küstenregion nördlich von Malindi. Reisen auf dem Landweg nach Lamu sollten vermieden werden. An der Küste gilt: kein Bargeld, keine Wertsachen zum Strandspaziergang mitnehmen, nicht nach Einbruch der Dunkelheit zu Fuß unterwegs sein. Besonders gefährlich: die Stichstraßen von der Hauptstraße zur Tiwi Beach. Fahren Sie vor allem in Nairobi und Mombasa immer im Taxi zum Restaurant oder in die Disko und zurück zum Hotel.
Der Löwe ist vom Aussterben bedroht
Artenschützer schlagen Alarm: Die Zahl der Löwen in Kenia ist dramatisch zurückgegangen. Nach neuen Schätzungen gibt es im ganzen Land nur noch 2000 - etwa ein Zehntel der Population der 50er-Jahre. Wenn durchgreifende Maßnahmen ausbleiben, könnte der „König der Tiere" in einem Jahrzehnt aus der kenianischen Savanne verschwunden sein. Eine Mitschuld tragen die Massai. Zwar wird deren Ritual, nach dem das Speeren eines Löwen zur Reifeprüfung gehört, nur noch selten ausgeübt, doch zum Schutz ihrer Viehherden setzen sich die Massai über Gesetze hinweg: Allein im National Park töteten sie in den letzten vier Jahren 42 Löwen - als „Vergeltungsakt", weil die Löwen Rinder der Massai auf Weideplätzen jenseits der Parkgrenzen gerissen hatten.
Abschied von der Nacht/Freiheit mit gesenktem Kopf/Der Fluss dazwischen/Der gekreuzigte Teufel
Das sind die bekanntesten, auch ins Deutsche übersetzten Romane von Ngugi wa Thiong'o, der sich in seinen Werken kritisch mit dem Kampf um die Unabhängigkeit und der Zeit danach auseinandersetzt. Ngugi lebt seit 1982 im Exil.
Nairobi, River Road
Der Roman von Meja Mwangi vermittelt einen Einblick in den Alltag der kenianischen Metropole, in das Milieu der Armen und Gestrandeten.
Wildlife Wars
Wer sich für den Kampf um den Erhalt der kenianischen Tierwelt interessiert, sollte Richard Leakeys Buch lesen.
Jenseits von Afrika
Sidney Pollacks opulenter Hollywoodfilm mit Merryl Streep und Robert Redford erzählt die Geschichte der dänischen Schriftstellerin Karen Blixen, die am Fuße der Ngong-Berge eine Kaffeefarm betrieb.
Nirgendwo in Afrika
Caroline Link bekam für ihre Verfilmung des autobiografischen Romans von Stefanie Zweig einen Oscar. Erzählt wird die Geschichte einer jüdischen Familie, die 1938 vor den Nazis nach Kenia flieht.
Die letzten Tage von Kenia
Pralles filmisches Sittengemälde von Micheal Radford über das Leben der versnobten britischen Kolonialgesellschaft vor der Unabhängigkeit.
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© Verlag Marco Polo