Wer nach Mauritius fliegt, sucht Sonne und Strand - und findet ein bezauberndes Fleckchen Welt, das sich auf kleinstem Raum topografisch wie kulturell unentwegt ändert: Vom Strand zum Regenwald ist es nur eine Stunde, vom Tamilentempel zur christlichen Wallfahrtsstätte sind es keine fünf Minuten. In Port Louis herrscht, zumindest tagsüber, quirliges Leben, aber nur wenige Kilometer entfernt scheinen die bunten Dörfer der Mauritier einer vergangenen Zeit entsprungen. Und überall ist man aufs Herzlichste willkommen. Mark Twain sagte bei Gelegenheit, Gott habe zuerst Mauritius erschaffen und nach dessen Vorbild dann das Paradies.
Diamant des Indischen Ozeans - so wird Mauritius in den Hochglanzbroschüren der Reiseveranstalter genannt. Die Insel ist ein Traumziel für Sonnenanbeter, die bei Unterkunft, Verpflegung und Service auf ein gewisses Niveau Wert legen. Sonne, Palmen, weiße Strände, zum Baden einladendes warmes Meerwasser, türkisfarbene Buchten und ansprechende Hotelanlagen mit großem Swimmingpool - das alles und noch viel mehr verspricht (und hält!) das im Tropengürtel und im wärmsten unserer Weltmeere gelegene Eiland.
Noch vor 25 Jahren galt Mauritius als luxuriöses, abgelegenes Exklusivurlaubsziel, das nur wenigen Privilegierten offen stand. Die Luxushotels mit legendärem Service, traumhaften Wellnessbereichen und weitläufigen Golfanlagen gehören weiterhin zu den weltbesten - wer das Besondere sucht, wird nicht enttäuscht werden. Mittlerweile haben jedoch so gut wie alle Reiseveranstalter die Insel im Programm und bieten gute, preiswerte Alternativen zu den Tophotels an: Ein Aufenthalt am Indischen Ozean muss nicht unbedingt teuer sein. Sonnenanbeter fühlen sich hier ebenso wohl wie Aktivurlauber und Sportfanatiker. Vom Globetrotter bis zum Filmstar ist alles vertreten - für jeden Anspruch ist das richtige Angebot dabei. Auch wenn die Besucherzahlen stetig zunehmen und sich immer mehr Hotels entlang der Strände ausbreiten, hat die abgelegene Insel...
ihren Zauber bewahrt.
Als portugiesische Seefahrer die Insel, die mit 1865 km² kaum größer als Berlin ist, im 16. Jh. entdeckten, fanden sie dort lediglich einige Vogelarten, dichten tropischen Urwald und eine große, von einem Korallenriff gesäumte Lagune vor. Nach erfolglosen Besiedlungsversuchen durch die Niederländer, denen tropische Stürme und Piraten das Leben schwer machten, ließen sich die Franzosen hier mitsamt afrikanischen und madagassischen Sklaven nieder. Anfang des 19. Jhs. eroberten die Briten die Kolonie und lockten mehr als 1 Mio. indische Vertragsarbeiter ins Land. Hinzu kamen chinesische Facharbeiter. Kein Wunder also, dass die Bevölkerung der heutigen Republik Mauritius aus vielen ethnischen Gruppen zusammengesetzt ist. Die Menschen aller Hautfarben tolerieren sich jedoch mitsamt ihren unterschiedlichen Bräuchen und Religionen. Sie sind stolz auf ihre Insel und deren kulturelle Vielfalt. Auch die offiziell nicht anerkannte Landessprache Créole, die fast alle der 1,2 Mio. Mauritier im Alltag sprechen, ist ein wichtiger Stein im Aufbau einer nationalen Identität.
So vielfältig wie die Bevölkerung, so abwechslungsreich ist auch die Landschaft der tropischen Insel. Vulkane ließen sie vor etwa sieben bis acht Mio. Jahren aus dem Meer entstehen. Die Kegel der vor langer Zeit erloschenen Feuerberge ragen noch immer in den Himmel. Durch das Absacken des Lavabodens entstand das Korallenriff, das fast die ganze Insel umgibt und eine flache, maximal 4 m tiefe Lagune bildet. Ihr 24 bis 27 Grad warmes, strömungsarmes Wasser bietet schier unbegrenzte Badefreuden und exzellente Verhältnisse für Freunde aller Wassersportarten. Hohe Wellen und Haie werden vom Riff abgehalten, die Großfische jenseits des Korallengürtels sind zum Jagdobjekt leidenschaftlicher Sportfischer geworden. Das ganze Jahr über liegen die Lufttemperaturen tagsüber zwischen 24 und 30 Grad, die Sonne verwöhnt die grüne Insel und lässt eine einzigartige Vegetation gedeihen.
Trotz...
des Gewächshausklimas konnte sich das in die Unabhängigkeit entlassene Mauritius ohne die Hilfe einer Kolonialmacht nur schwer ernähren.
Die Regierung suchte nach Alternativen zum Zuckerrohr, das auf 80 Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche angebaut wird. Sie schuf 1970 eine Freihandelszone und lockte so Investoren an, die vor allem aus der Textilbranche kamen und hier bis heute modische Kleidung produzieren. Gleichzeitig wurde der Fremdenverkehr ausgebaut und die Insel gut vermarktet.
Der Tourismus veränderte das Gesicht der Insel, beeinträchtigt deren Charme jedoch nicht. Entlang der schönsten Strandabschnitte öffneten immer mehr Hotels ihre Pforten, und ruhige Fischerorte mauserten sich zu Ferienzentren. Obwohl diese Entwicklung nicht allen Mauritiern Vorteile bringt, treten sie Fremden mit großer Freundlichkeit entgegen.
Die Zukunft der wirtschaftlichen Entwicklung - vor allem in der Zuckerindustrie - ist ungewiss. Die mauritische Regierung versucht, sich durch die Fächerung des Angebots an Industrie- und Landwirtschaftsprodukten den Herausforderungen des 21. Jhs. zu stellen, und verstärkt insbesondere die Bemühungen im IT-Sektor (zu besichtigen im Cybercity genannten Hightech-Gewerbegebiet von Port Louis). Glitzernde Hochhäuser und schicke Hotels können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Mauritius stark von der Weltkonjunktur, vor allem vom europäischen Markt abhängig ist. Trotz aller Vorteile des modernen Lebens sind soziale Sicherheit oder Arbeitslosengeld noch Fremdwörter, und die Mehrzahl der Einwohner kann von dem in der Werbung präsentierten Lebensstil nur träumen. Viele versuchen, sich als Kleinunternehmer zu betätigen, bieten Dienstleistungen an, vermieten ein paar Zimmer oder Appartements an Touristen und versuchen damit, sich eine Scheibe vom Wohlstand abzuschneiden. Wer, ohne vorher zu buchen, anreist, wird daher ohne Schwierigkeiten eine günstige Unterkunft finden.
Mauritius bietet viel mehr als Strandurlaub. Es lohnt...
sich, mit dem Mietauto auf Entdeckungsfahrt zu gehen oder die Menschen hautnah im Bus zu erleben. Mit dem Rad oder zu Fuß kommt man den kleineren Schönheiten der Insel am nächsten: Dabei atmet man den Duft der Bougainvilleen ein, spürt die salzige Meeresbrise, hört das Rauschen des Zuckerrohrs oder lauscht dem Gesang eines Vogels.
In abgelegenen Flusstälern und in den Höhen der Berge entdeckt man die Vielfalt der einheimischen Pflanzenwelt. Im tiefen Dickicht der Urwälder leben die letzten Vertreter einer einst artenreichen einheimischen Vogelwelt, darunter der sehr seltene Mauritius-Turmfalke (Kestrel) und die bildschöne Rosentaube namens Pink Pigeon. Häufiger sieht man jedoch eingeführte Tierarten wie Javahirsche, Affen oder Wildschweine. Die Gärten produzieren eine ewige Blütenpracht. Und am Korallenriff sowie rund um viele vorgelagerte Inseln gedeiht örtlich eine bunte Unterwasserflora und -fauna.
Denjenigen, die mit wachem Sinn, gespitzten Ohren und offenen Augen unterwegs sind, offenbart die Insel ihren ganzen Zauber.
um 900
Mauritius ist arabischen Seefahrern bereits bekannt
1511
Der portugiesische Seefahrer Mascarenhas entdeckt die unbewohnte Insel Mauritius
1598
Die Holländer übernehmen die Insel und nennen sie nach ihrem Statthalter Prinz Moritz (Maurice) von Nassau
1710
Die Holländer gehen; Piraten lassen sich nieder
1715
Die Franzosen besetzen Mauritius
1735
Mahé de Labourdonnais gründet die Haupt- und Hafenstadt Port Louis
1748-1810
Die Engländer versuchen immer wieder, die Insel zu erobern
2. Dezember 1810
Die Franzosen kapitulieren in Port Napoléon (= Port Louis)
1814
Franzosen und Engländer teilen auf: Réunion bleibt französisch; Mauritius, Rodrigues und die Seychellen gehen an England. Auf Mauritius leben 78000 Menschen, 80 Prozent davon sind Sklaven
1835
Die Sklaverei wird abgeschafft; Arbeiter aus Indien und China werden ins Land gebracht
1854-99
Durch Epidemien und Naturkatastrophen halbiert sich die Zahl der Bewohner
1936
Die erste politische Partei (Arbeiterpartei) wird gegründet
1958
Das uneingeschränkte Wahlrecht wird eingeführt
1968
Mauritius wird ein souveräner Staat im britischen Commonwealth
1992
Ausrufung der Republik
2008
Der Le Morne Brabant wird Unesco-Weltkulturerbe
Die Berge bei Port Louis sind leicht zu erklimmern
Von weitem wirken die Berggipfel rund um Port Louis geradezu spektakulär. Die meisten Gipfel sind jedoch über relativ leichte Wanderwege zu erreichen, bei manchen allerdings muss man auch klettern: etwa auf den Pieter Both mit dem markanten ballförmigen Stein auf der Spitze. Man sagt, solange der Stein dort oben sei, gehe es Mauritius gut. Bequem ist der Aufstieg auf den 811 m hohen Le Pouce. Aufgrund der verhältnismäßig großen Höhendifferenz sollte man sich gut einen halben Tag dafür Zeit nehmen. Der Weg beginnt bei der Kapelle St. Anne nahe der Pferderennbahn und führt durch das Vallée du Pouce. Von dort ist der Pfad deutlich zu erkennen. Einem Spaziergang gleicht die Wanderung auf den 306 m hohen Priest's Peak. Der Fußweg beginnt nahe der Kreuzung Route Militaire und der Route de Pamplemousses. Der Aufstieg zum Gipfel dauert etwa eine Stunde.
Paul und Virginie
Ein Paar geht an seiner eigenen Moral zugrunde - keine Geschichte auf Mauritius ist berühmter. Das Buch von Jacques-Henri Bernardin erschien 1788. Heute braucht es eine besondere Vorliebe für Kitsch, um an dem Melodram Gefallen zu finden.
Sita und die Gewalt
Der preisgekrönte Roman von Lindsey Collen über eine Vergewaltigung wurde auf Mauritius verboten, ist aber im Buchhandel daheim erhältlich.
Der Dodo auf Mauritius
Für diesen wunderbaren Bildband inszenierte der finnische Konzeptkünstler und Fotograf Harri Kallio mit Vogelmodellen aufwendig und liebevoll Idyllen einer glücklichen Vogelwelt vor dem Auftauchen der ersten Menschen.
Mein Vater, mein Held
In der auf Mauritius gedrehten Komödie muss Gérard Depardieu in der Rolle eines Vaters auf Urlaub erkennen, dass seine Teenagertochter mehr Interesse an jungen Männern hat als an ihm.
Gor
Jack Palance und Oliver Reed spielen die Hauptrollen in der hanebüchenen Geschichte eines Professors, der durch einen magischen Ring in eine andere Dimension gesendet wird. Immerhin die Kulisse stimmt.
Entscheidung auf Mauritius und Verliebt auf Mauritius
Auch das deutsche Fernsehen kam zum Drehen nach Mauritius.
http://realtravel.com/mauritius-travel-blogs-d546-3.html
Der Leser ist eingeladen, seine Impressionen ins Netz zu stellen. Gute Möglichkeit für alle, aktuelle Tipps und Reiseerlebnisse auf dieser Plattform auszutauschen.
www.travelpod.com/travel-blog-country/Mauritius/tpod.html
Viele schöne Fotos zum Schwelgen sowie nützliche Links z.B. zu Unterkünften und Autovermietern.
http://mbc.intnet.mu
Podcast der Mauritius Broadcasting Corporation, dem wichtigsten lokalen Radio- und Fernsehsender der Insel.
www.travelblog.org/Africa/Mauritius
Dieses englischsprachige Blog ist eine Mischung aus Landeskunde und Urlaubsimpressionen.
http://pascalg.wordpress.com
Pascal, Dozent an der Uni von Mauritius, bloggt nicht nur über die Insel, sondern auch über den Rest der Welt.
Für den Inhalt der Blogs & Podcasts übernimmt die MARCO POLO Redaktion keine Verantwortung.
Mein Vater, mein Held
In der auf Mauritius gedrehten Komödie muss Gérard Depardieu in der Rolle eines Vaters auf Urlaub erkennen, dass seine Teenagertochter mehr Interesse an jungen Männern hat als an ihm.
Gor
Jack Palance und Oliver Reed spielen die Hauptrollen in der hanebüchenen Geschichte eines Professors, der durch einen magischen Ring in eine andere Dimension gesendet wird. Immerhin die Kulisse stimmt.
Entscheidung auf Mauritius und Verliebt auf Mauritius
Auch das deutsche Fernsehen kam zum Drehen nach Mauritius.
http://realtravel.com/mauritius-travel-blogs-d546-3.html
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Viele schöne Fotos zum Schwelgen sowie nützliche Links z.B. zu Unterkünften und Autovermietern.
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