La Réunion ist ein einzigartiges Inselparadies. Einem Eiland gleich ragt es über 3000 Meter hoch aus dem Indischen Ozean, und steht für Abenteuer pur!
Der französische Staat verfügt bis heute über die bedeutendsten insularen Dependancen aller ehemaligen Kolonialmächte; seine Départements et Territoires d'Outre-Mersind sind über den ganzen Erdball verstreut, und Frankreich ist das einzige Land der Erde mit Besitzungen in allen Ozeanen. Die kleine Insel Réunion im Indischen Ozean, zwischen Madagaskar und Mauritius gelegen, ist ein ideales Urlaubsziel für Abenteurer. Ein Urlaub auf Réunion bietet Strände mit Korallen- und Vulkansand, beinahe unzugängliche Talkessel, tropische Regenwälder, zahlreiche Wasserfälle, sogar einen Dreitausender. Außerdem stehen die Chancen nicht schlecht, einen aktiven Vulkan zu erleben. Urlaub auf Réunion ist ein klassisches Fernreiseziel für abenteuerlustige Festlandfranzosen, auf andere Nationen trifft man eher selten. Dabei sollte einen schon ein einziger Blick in einen der vielen erhältlichen Reiseführer überzeugt haben.
Anreise und Reiseinformationen
La Réunion ist von Deutschland aus leider nicht Non-Stop erreichbar. Die meisten Flüge gehen entweder über Paris, oder das nahegelegene Mauritius. Sämtliche internationale Flugverbindungen laufen über den Flughafen der Hauptstadt Saint Denis im Norden. Da La Réunion als europäisches Hoheitsgebiet gilt, reicht für die Einreise ein Personalausweis. Trotzdem ist es ratsam, einen Reisepass mitzuführen, vor allem falls man über Mauritius reist. Eine beste Reisezeit gibt es eigentlich nicht, da das ganze Jahr über Sommer ist. Allerdings sollte man die Regenzeit von Januar bis März meiden, da es um diese Zeit zu mitunter heftigen (Wirbel-) Stürmen kommen kann.
Highlights und Sehenswürdigkeiten
Wer einen Réunion Urlaub plant, wird schnell die enorme Vielfalt der Flora und Fauna dieser kleinen Insel feststellen. Anders als bei klassischen Inselzielen gibt es auf Réunion auch Abseits der wenigen Strände extrem viel zu entdecken. Trotzdem sollte man zumindest den Strand bei Boucan Canot mal erlebt haben. Nicht umsonst gilt er als das St. Tropez der Insel. Weiter südlich bei Hermitage laden Korallenriffs zum Tauchen und Schnorcheln ein. Ein paar Kilometer weiter bei St. Leu bricht sich eine der berühmtesten Surfwellen der Welt: La Gauche de St. Leu.
Natürlich sollte man sich nach sportlicher Betätigung ein deftiges Cari nicht entgehen lassen. Diese Spezialität besteht meist aus einer Art Ragout mit Fleisch oder Fisch, zu welchem Reis und Linsen gereicht werden. Vorsicht vor der kleinen vermeintlichen Salatschüssel. Was wie eine harmlose Beilage aussieht, entpuppt sich schnell als höllisch scharfes Geschmackserlebnis. In Maßen genossen sorgt dieses Piment jedoch für das gewisse Etwas.
Vom Strand aus hat man, wie überall entlang der Küsten, vor sich den endlosen Ozean und direkt hinter sich die stetig ansteigenden Steilflanken der durch einen Vulkan entstanden paradiesischen Insel. Je mehr man in ihr Inneres vordringt, desto wilder gibt sich La Réunion. Der Talkessel Cirque de Mafate, einst Zufluchtsort entflohener Sklaven, ist gar nur per Pedes zu durchqueren. Im Rahmen einer mehrtägigen Wanderung bietet sich auch ein Aufstieg auf den 3.069 Meter hohen Piton des Neiges an, der den Mittelpunkt der Insel markiert, und um den sich einem Kleeblatt gleich die drei Talkessel Cirque de Mafate, Cirque de Salazie und Cirque de Cilaos gruppieren. Sie gehören zum Weltnaturerbe der UNESCO. Die höchste Erhebung Réunions trägt ihren Namen übrigens nicht zu Unrecht. Bei kalter Witterung kann es durchaus vorkommen, dass sein Gipfel von einem leichten Schneesaum bedeckt ist.
An der Südostflanke gibt es ein weiteres Highlight, das bei keinem Réunion Urlaub fehlen darf. Der Piton de la Fournaise, einer der aktivsten Vulkane der Welt. Regelmäßig brodelt und spuckt es hier, glücklicherweise für Schaulustige ziemlich ungefährlich, da sich ein Gros der Lava direkt in den Ozean ergießt.
Wissenswertes zur Geschichte und Länderinformationen
Als Département d'Outre-Merund damit politisch wie auch administrativ vollständig allen anderen départementsgleichgestellter Bestandteil gehört La Réunion im Indischen Ozean seit 1946 zum Hexagone. Dies tropische Gesicht unseres Nachbarlandes ist dem Rest Europas nahezu unbekannt, und doch kommt ein jeder von uns im alltäglichen Gebrauch mit diesen entfernten Enklaven der alten Welt im wahrsten Sinne des Wortes ‚in Berührung.' Auf der Rückseite sämtlicher Euroscheine nämlich befindet sich zum einen eine physische Karte Europas mit den Mitgliedsstaaten der EU und unten rechts, direkt neben der griechischen Bezeichnung EYPΩ, die Silhouetten von zunächst Französisch Guyana, und dann horizontal von oben nach unten Guadeloupe, Martinique und schließlich La Réunion.
Trotz der entfernten Lage zum Mutterland haben die vier Altkolonien den gleichen Status wie alle anderen Départements auch und somit existieren hier zwei extrem unterschiedliche, voneinander abgekoppelte und doch miteinander verschmolzene Welten: das europäische und das tropische Frankreich. Man hat den französischen Pass, spricht Französisch, zahlt mit dem Euro, wählt den Präsidenten mit und stellt Abgeordnete in der Nationalversammlung, dem Senat sowie dem Europäischen Parlament. Französische Fernsehprogramme sind frei empfangbar und ebenso findet man in vielen Läden, wenn auch zeitlich manchmal etwas verzögert und mit einem Übersee-Preisaufschlag versehen, Magazine und Journale vom Kontinent. Auch die Plaketten der Autos sind die gleichen, mit der nachgestellten Departementnummer 974 für La Réunion.
Bis zur Inbesitznahme durch Frankreich unbewohnt stellt die geschichtliche Entwicklung Réunions eine Besonderheit dar: von der Landung der ersten Franzosen, über die Einschiffung der ersten Sklaven aus Madagaskar und Afrika, die Anwerbung indischer und chinesischer Vertragsarbeiter, bis zur Ankunft europäischer Beamter, Ärzte und Lehrer hat das Eiland im Indischen Ozean viele verschiedene Entwicklungsstufen durchlaufen. Derer eine der radikalsten und umwälzendsten nach dem Zweiten Weltkrieg, als Frankreich es sich zur Aufgabe gemacht hat im Zuge der Départementalisation in seinen Altkolonien, die sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Entwicklungsstand von Dritte Welt Ländern befanden, dem Mutterland gleichwertige Lebensbedingungen herzustellen.
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