Man muss schon lange suchen, um auf dieser Erde einen ähnlichen Archipel wie den der Seychellen zu finden. Am ehesten noch die Galápagos-Inseln, aber selbst dort, wo Fauna und Flora seit langem besonderen Schutz genießen, reicht die Vielfalt nicht an jene der Inselgruppe vor dem afrikanischen Kontinent heran. Auf den Seychellen nur Sonne, Sand und Meer genießen zu wollen, wäre zu schade. Hier lockt weit mehr als nur Strandvergnügen: eine einzigartige Natur, behäbig dahinkriechende Schildkröten, von denen man Muße lernen kann, und Menschen, die in ihrer Fröhlichkeit kaum zu überbieten sind. Also los: Entdecken Sie die Seychellen!
Die Seychellen sind kein Reiseziel, das man „nur" zum Sonnenbaden und Faulenzen aufsucht. Der Zauber, den die Inseln im Indischen Ozean versprühen, hat andere Ursachen: die satte tropische Vegetation, die Besonderheiten der Tier- und Pflanzenwelt und nicht zuletzt die freundlichen, lebenslustigen Menschen, die eine Reise auf den Archipel vor der afrikanischen Küste zu einem unvergesslichen Erlebnis machen.
Der größte Teil des Archipels ist nach Auffassung der Geologen ein versprengter Rest des Ur-Erdteils Gondwana. Die Hauptinsel Mahé z.B. besteht aus purem Granit, der sich bis zu einer Höhe von über 900 m über dem Meeresspiegel auftürmt und an den Küsten in bizarren Klippen und Riffen steil abfällt. Diese Felsen sind nur die sichtbaren Spitzen eines riesigen Unterwassergebirges, des sogenannten Mahé-Plateaus. Im Laufe der Zeit entstanden hier auch Koralleninseln mit weiß leuchtendem Sand. Sie unterscheiden sich in ihrer landschaftlichen Gestalt von Granitinseln und sind zumeist flach wie ein Brett. Weit entfernt vom Mahé-Plateau erstreckt sich ein weiterer mächtiger Unterwasserrücken aus vulkanischem Basalt. Auf diesem liegen die sogenannten Äußeren Inseln. Nähme man alle 115 Inseln zusammen, so ergäbe das mit 455 km² nur etwas mehr als die Fläche der Stadt Köln. Mahé ist dabei mit 152 km² die größte (und am dichtesten besiedelte)...
Insel.
Arabische Seefahrer betraten die Seychellen als Erste. Um das Jahr 800 n. Chr. entdeckten sie den Archipel auf ihrem Weg nach Indien. Es folgten portugiesische Seefahrer, 1502 z.B. Vasco da Gama, der als Entdecker der südwestlich von Mahé liegenden Amiranten („Admiralsinseln") gilt. Im 16./17. Jh. kamen gefürchtete Piraten und Freibeuter, allen voran der legendäre Olivier Levasseur, der sich „La Buse", der Bussard, nannte.
Die Seychellen tragen ihren heutigen Namen seit 1756, als der irische Kapitän Corneille Nicolas Morphey die Inseln im Auftrag der französischen Krone in Besitz nahm. Benannt wurden sie nach Jean Moreau de Séchelles, dem Finanzminister Ludwigs XV. Schillernde Persönlichkeiten gab es in der Geschichte der Seychellen zuhauf: Da ist z.B. der Franzose Quéau de Quinssy, der das Amt des Gouverneurs 1794 übernahm. Als am 16. Mai jenes Jahres die Engländer mit einer gewaltigen militärischen Übermacht vor Victoria auftauchten, sah de Quinssy keine andere Möglichkeit, als eine von ihm selbst formulierte Kapitulationsurkunde zu unterzeichnen. Doch kaum waren die Schiffe der Briten wieder am Horizont verschwunden, holte de Quinssy den Union Jack wieder ein und hisste stattdessen erneut die Trikolore. Bis 1811 soll sich dieses Spiel siebenmal wiederholt haben. Die Annexion der Seychellen durch die Briten ließ sich dadurch aber letztlich nicht verhindern. 1833 schafften die neuen Herren die Sklaverei ab. Daran erinnert am Ortsrand von Victoria auf Mahé die Figur eines Mannes (Zonm lib), der symbolisch seine Ketten sprengt.
Heute gilt die Repiblik Sesel (Republik der Seychellen) als relativ stabile Demokratie, die sich einen sozialistisch angehauchten Staatschef leistet. Albert René nutzte am 5. Juni 1977 die Abwesenheit des demokratisch gewählten Staatspräsidenten James R. Mancham zu einem Putsch. Seitdem hat René, der in der Schweiz und in England studierte, alle Wahlen gewonnen - bis 1993 freilich immer ohne Gegenkandidaten. Aber auch aus...
den Wahlen seit 1993, an denen sich wieder mehrere Parteien beteiligen durften, ging René als Sieger hervor. 2004 trat er zurück und übergab das Amt an seinen Vizepräsidenten James Alix Michel.
Wer sich um den Chefsessel im Parlament bemüht, scheint vielen Seychellois ohnehin eher nebensächlich zu sein. Leben und leben lassen ist die Devise, nach der man hier handelt. Das ist u.a. möglich, weil der Staat die soziale Grundversorgung gewährleistet. Das trägt dazu bei, dass der Lebensstandard auf den Seychellen wesentlich höher ist als im kontinentalen Afrika. Allerdings sind die Lebenshaltungskosten in den letzten Jahren so drastisch gestiegen, dass sich viele Seychellois nur mit einem Zweitjob über Wasser halten können.
Beflügelt von der Faszination, die sich einstellt, wenn man z.B. durch das Vallée de Mai auf Praslin streift, könnte man sagen: Der liebe Gott muss einen kreativen Tag gehabt haben, als er die Seychellen vor der afrikanischen Küste ins Meer streute. Keine Insel gleicht der anderen, auf jeder gibt es etwas Besonderes. Es wuchert üppig, und wer von jenseits des Äquators kommt, ist beeindruckt von der Vielfalt an Formen und Farben, von der Dichte und Größe der Vegetation. Dennoch ist die Natur auf den Inseln nicht sehr artenreich und auch nicht mehr ursprünglich. Der Urwald wurde bis auf wenige Reste gerodet, neu eingeführte Pflanzen verdrängten die einheimische Vegetation. Dennoch finden sich immer noch Pflanzen und Tiere, die sonst nirgends auf der Welt vorkommen. Zu den etwa 80 endemischen Pflanzen zählt die Coco de Mer, die Seychellennuss. Eine Besonderheit sind auch die Riesenschildkröten, „lebende Fossilien" eines längst vergangenen Erdzeitalters. Von ihnen gibt es allein auf den Seychellen mehr als 150000 Exemplare. Unter strengen Schutz gestellt wurden auch dreizehn Landvogelarten, die es nur auf den Seychellen gibt, dazu etliche Seevögel wie die kleine Noddyseeschwalbe, die mächtigen Fregattvögel oder der Rotschwanztropikvogel.
Wie...
fast alle Korallenriffe auf der Erde wurden auch die vor den Seychellen durch das Klimaphänomen El Niño in Mitleidenschaft gezogen. Dennoch ist die Natur und speziell die Unterwasserflora und -fauna nach wie vor die größte Attraktion der Seychellen. Sie bietet Wassersportlern ebenso Interessantes wie Naturfreunden. Und sie ist das Grundkapital des Tourismus. Die Regierung hat deshalb schon rund die Hälfte der gesamten Landfläche und einen Teil des Meeres unter Naturschutz gestellt. Zu einigen Inseln haben nur noch Botaniker und Ornithologen Zutritt, in Ausnahmefällen noch eine begrenzte Anzahl Touristen. Der Tourismus soll überschaubar bleiben; Charterfluggesellschaften bekommen hier keine Landegenehmigung. Limitiert ist auch die Zahl der Hotelbetten, der Bau neuer Unterkünfte wird nur noch selten genehmigt. So wird der Besucherstrom bewusst in relativ engen Grenzen gehalten. Pro Jahr sind es nicht viel mehr als 125000 Touristen, denen der Besuch dieser herrlichen Inseln möglich ist.
Um 800 n. Chr.
Arabische Seefahrer landen auf den Seychellen
1502/03
Vasco da Gama entdeckt auf der Suche nach Indien die Seychellen
Ab 1685
Piraten nutzen die Inseln als Schlupfwinkel
1756
Der irische Kapitän Corneille Nicolas Morphey erklärt Mahé und weitere Inseln zu französischem Besitz.
1770
Französische Siedler gründen den ersten Ort auf Ste Anne
1794-1811
Chevalier Quéau de Quinssy, der Inselkommandant, kapituliert achtmal vor den Briten, hisst aber nach deren Abreise immer wieder die französische Flagge
1811
Die Briten annektieren die Inseln und verbieten 1833 die Sklaverei.
Ab 1875
Die Seychellen werden zu einem Verbannungsort
1903
Die britische Regierung erklärt die Seychellen zur Kronkolonie
1964
Die Seychelles Democratic Party (SDP) und die Seychelles People's United Party (SPUP) werden gegründet
1970
Die Seychellen geben sich eine Verfassung
1976
Die Inseln erlangen ihre Unabhängigkeit. James R. Mancham (SDP) wird erster Staatspräsident
1977
France Albert René (SPUP) putscht gegen Mancham und erklärt sich zum neuen Präsidenten
1993
René gewinnt in der ersten Mehrparteienwahl nach 16 Jahren
2004
James Alix Michel löst Albert René ab und wird 2006 für weitere fünf Jahre gewählt
Seychellen - Das Beste von Michael Friedel
Der prächtige Bildband des renommierten deutschen Fotografen ist eine fotografische Reise über die Inseln und durch ihre einzigartige Natur. Auch die lebenslustigen Bewohner kommen nicht zu kurz. Kurzum: die allerbeste Vorbereitung für eine Seychellen-Reise - oder um danach zu Hause in Erinnerungen zu schwelgen.
Seychellen. Enzyklopädie der Unterwasserwelt
Schon etwas älter ist dieses Buch von Vincenzo Paolillo, aber es gibt kein besseres Kompendium, das die beeindruckende Welt unter Wasser detaillierter beschreibt.
Wildlife of the Seychelles
Leider ist der Band nicht als deutsche Ausgabe erhältlich, aber mit passablem Schulenglisch findet man sich in diesem Buch von Mike Hill und Dave Currie einigermaßen zurecht. Viele farbenprächtige Bilder von Fauna und Flora.
TV/Kino
Die Seychellen sind immer wieder mal dekorative Kulisse für TV-Schmonzetten á la „Traumschiff" oder „Traumhotel". Und Werbefilmer schwören sowieso auf die malerischen Felsen von La Digue oder die verschwiegenen Buchten von Praslin. Als einziger Kinofilm, der zumindest teilweise auf den Seychellen spielt, bleibt nur der 1977 gedrehte Softerotik-Klassiker „Good-bye Emmanuelle" von François Leterrier erwähnenswert.
Ein paar Tipps für Hobbyfotografen
Die Bewohner der Seychellen sind sehr aufgeschlossen gegenüber Besuchern und lassen sich im Allgemeinen auch gern...
fotografieren. Trotzdem sollten Sie vorher um Erlaubnis fragen. Natürlich gelten für militärische Anlagen die weltweit üblichen Fotografierverbote. Bringen Sie Filme in ausreichender Zahl von zu Hause mit, und lagern Sie sie während des Seychellen-Aufenthalts im Kühlschrank. Profis fotografieren übrigens fast nur in den Vormittagsstunden und am späteren Nachmittag. Sonne, feiner Korallensand und Meerwasser sind die größten Feinde einer wertvollen Kameraausrüstung. Sie sollten deshalb Objektive unmittelbar nach dem Fotografieren wieder abdecken und die Kamera in einer verschlossenen Fototasche verwahren. Mit 100-ASA-Filmen sind Sie für die Seychellen gut gerüstet. Sicherheitshalber sollten Sie aber ein paar 200-er und 400-er Filme mitnehmen, vor allem für Abendstimmungen oder Fotos im dunklen Vallée de Mai auf Praslin.
www.khp-yachtcharter.de/forum
Mit einer Yacht durch die Inselgruppe der Seychellen zu fahren ist eine andere Möglichkeit, die Region zu entdecken. Segler treffen sich im Forum auf dieser Seite zum Erlebnisaustausch oder auf der Suche nach Mitseglern.
www.topblogs.de/category/reisen/
Hin und wieder gibt es hier auch interessante Blogs von Seychellen-Reisenden. Öfter mal reinschauen ...
www.luxusblogger.de
Wohl dem, der es sich leisten kann, 1000 Euro und mehr pro Nacht auszugeben. Wer dann noch die Qual der Wahl hat, liest oder beteiligt sich am Forum.
www.blog.de
Unter dem Stichwort „Seychellen" findet man hier etliche Blogs - ausführliche Reiseberichte sind jedoch selten.
www.seychelles-travel.de
Zwei Webcams des Seychelles Tourist Office - eine an der Beau Vallon Beach, die andere am Victoria Market - liefern Ihnen Livebilder auf den PC.
www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/303328
Als Podcast können Sie hier Michael Krügers amüsante Kurze Beschreibung einer Reise zu den Seychellen downloaden.
Zu Besuch bei Michael Adams
Auch wenn Sie sich ein Originalbild vielleicht nicht leisten können - oder wollen: Ein Besuch bei Michael Adams, dem „Gauguin der Seychellen", ist fast eine Pflichtübung. Wenn der gebürtige Engländer nicht gerade irgendwo in der Welt unterwegs ist, um eine seiner zahlreichen Ausstellungen zu eröffnen, treffen Sie den unkomplizierten Meister selbst an. Sein Haus mit einem kleinen Ausstellungsraum - in dem es preiswerte Drucke zu kaufen gibt - findet man auf Mahé kurz vor der Anse à la Mouche an der Anse aux Poules Bleues (Mo-Fr 10-16 Uhr | Tel. 361006). Werke von Michael Adams hängen mittlerweile in allen namhaften Galerien dieser Erde.
Mit dem Zweimaster jeden Tag zu einer anderen Insel
Jede Insel der Seychellen hat ihre Reize, und man sollte sich nicht auf den Besuch einer einzigen beschränken. Ständig die Koffer zu packen und das Hotel zu wechseln ist aber auch nicht die ideale Lösung. Nun gibt es eine Alternative: Kreuzfahrten zwischen den (Inneren) Inseln werden von verschiedenen Veranstaltern angeboten. Dabei handelt es sich nicht um Ozeanriesen, sondern um wendige Segelschoner wie die „Sea Pearl" oder die „Sea Shell" mit maximal 16 Passagieren, die auch die Möglichkeit bieten, vom Schiff aus zu baden und zu tauchen. Unterkunft und Vollpension sind inklusive, und es werden eine Reihe von Inseln angesteuert, für die man sonst für viel Geld separate Ausflüge buchen muss. Unterm Strich sind die Kreuzfahrten sogar eine recht preiswerte Alternative zum Hotelurlaub. Im Normalfall wird man aber beides kombinieren. Silhouette Cruises | Tel. 324026 | Fax 324365 | cruises@seychelles.net | www.seychelles.net/cruises
Ein paar Redewendungen für den Anfang
Natürlich müssen Sie vor Ihrem Urlaub nicht Kreolisch lernen - das Personal der meisten Hotels und Restaurants spricht Englisch oder Französisch, oft sogar eine weitere Fremdsprache (meist Deutsch oder Italienisch). Mit ein paar kreolischen Redewendungen sind Sie aber gut gerüstet. Außerdem zeigt der Gebrauch der Landessprache den Einheimischen, dass Sie sich mit dem Land schon befasst haben.
Wo ist ein Restaurant? - Kote i annan en restoran?
Essen/Trinken - Manze/bwar
Bitte die Speisekarte! - Meni, silvouple!
Bitte ein Bier - En labyer, silvouple
Bitte einen Kaffee - En Kafe, silvouple
Was ist das für ein Fisch? - Ki mannyer sa pwason i apele?
Salz, Zucker, Brot, Butter - disel, disik, dipen, diber
Wie viel kostet das? - Konbyen sa?
Bitte die Rechnung - Bil, silvouple
Wo ist die Toilette? - Kote i annan en kabinen, silvouple?
Bitte, entschuldigen Sie! - Ekskiz
Das macht nichts, keine Ursache! - Pa dekwa
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