Tansania ist Afrika wie aus dem Bilderbuch. Tansania, das sind jene legendären Savannen, durch die riesige Gnu-, Zebra- und Antilopenherden ziehen. Das sind traditionsreiche Gewürzplantagen, deren Duft die Reisenden begleitet. Das ist die Äquatorsonne, die über dem Indischen Ozean und seinen bunten Korallenriffen glitzert. Hoch über dem Land thront der Kilimandscharo, im entlegenen Westen nahe der Grenze zum Kongo tummeln sich Schimpansen in dichten Regenwäldern. Und auf Sansibar mischen sich Sultanspaläste und der Stolz der alten Suaheli-Kultur zu einem einzigartigen Mix.
Serengeti, Ngorongoro, Kilimandscharo, Sansibar - Namen, die die Phantasie beflügeln. Wer hat nicht schon von den goldenen Savannen geträumt, aus deren Mitte ein schneebedeckter Berg ragt. Geparden, Gazellen und Gnus sind hier zu Hause, Zehntausende der galanten Tiere finden alleine in einem einzigen Riesenkrater am Rand der Serengeti Schutz und Nahrung. Sansibar hingegen klingt, schmeckt und fühlt sich an wie ein Märchen aus 1001 Nacht: ein Traum vom Orient, umgeben von der türkisfarbenen See.
Endlose Strände und exotische Gewürzfelder liegen auf der paradiesischen Inselgruppe vor Afrikas Ostküste nur wenige Kilometer auseinander. Tansania, das sind aber allem voran auch seine Bewohner: Dazu zählt das wohl berühmteste Volk Afrikas, die Massai, die wie kein anderes für die Wildnis der Savanne stehen, ebenso wie die Suaheli, deren kulturelles Erbe aus Arabien, Portugal und Afrika einen einzigartigen Mix darstellt. Und jedes andere der mehr als 130 tansanischen Völker, deren Gastfreundschaft dafür sorgen wird, dass Ihnen Ihr Traumurlaub noch lange in Erinnerung bleibt.
Dass wir letztlich alle Afrikaner sind, können Sie sich in der Olduvai-Schlucht im Norden des Landes beweisen lassen: Hier wurden einige der ältesten Überreste der Vorfahren des Menschen ausgegraben. Nicht immer ist man mit den Menschen in Tansania so freundlich umgegangen wie heute: In Bagamoyo, einst die Hauptstadt...
Deutsch-Ostafrikas, wurden Hunderttausende als Sklaven in die ganze Welt verschifft.
Das heutige Tansania ist mit einer Fläche von 945000 km² fast dreimal so groß wie Deutschland. Ein Viertel dieses Gebiets steht unter Naturschutz. Neben dem Serengeti-Nationalpark glänzen unbekannte Reservate wie Tarangire, Arusha oder Saadani durch ihre eigene und unverwechselbare Landschaft. Auch das größte Schutzgebiet Afrikas, das Selous-Reservat, liegt in Tansania. Mit 44800 km² ist es fast viermal so groß wie die Serengeti.
Tansania ist Safariland: Die meisten Touristen brechen nach ihrer Ankunft ohne Umwege zu den Wildbeobachtungen auf - am beliebtesten ist dafür der Norden des Landes -, um sich später an den Stränden Sansibars zu erholen. Ein kleiner Teil entscheidet sich aber fürs Bergsteigen und erklimmt den 5895 m hohen Kilimandscharo. Das Bergmassiv mit seiner berühmten Schneespitze ist das „Dach Afrikas".
Das Kontrastprogramm zur Natur wartet in den Städten, vor allem in Tansanias größter Metropole Daressalaam. Aus Radios am Straßenrand scheppert Musik, der Imam ruft zum Gebet, Händler versuchen, ihre Waren unters Volk zu bringen, und Bettler bitten um ein paar Schillinge. Tansania ist eines der ärmsten Länder der Welt: Wer Arbeit hat, verdient im Schnitt weniger als 50 Euro im Monat. Wer - wie die meisten - keine hat, muss sehen, wie er sich durchschlägt, vor allem auf dem Land. Mehr als vier Fünftel der 40 Mio. Tansanier sind Kleinbauern, die für ihren Eigenbedarf anbauen und deren Ernte ausschließlich von den wegen des Klimawandels immer unberechenbareren Regenfällen abhängt. Trotz all dieser Probleme geht es dem Land heute deutlich besser als zu Zeiten des Ujamaa-Sozialismus von Gründungspräsident Julius Nyerere, als Regale in den Geschäften oft monatelang leer verstaubten und die Menschen nur dank geschmuggelter Waren aus Kenia überlebten.
Symbol des „neuen" Tansanias ist der seit 2005 regierende Präsident Jakaya Kikwete. Respekt hat sich der...
charismatische Politiker nicht zuletzt damit verdient, dass er mit der weit verbreiteten Korruption aufräumt und bereits den Zentralbankchef, Premierminister und andere etablierte Politiker in die Wüste geschickt hat. Tansania, das bisher jährlich mehr als 1 Mrd. Dollar Entwicklungshilfe empfängt, steigt auch dank solcher Maßnahmen mehr und mehr zum Liebling westlicher Politiker auf.
Tansania ist ein buntes Mosaik aus Ethnien, Sprachen und Traditionen. Es grenzt fast an ein Wunder, dass diese Vielfalt keine politische Instabilität erzeugt - wie es in den Nachbarländern oft der Fall ist. Etwa 130 Volksgruppen leben im Land, und ebenso viele unterschiedliche Sprachen werden gesprochen. Nationalsprache ist Suaheli - ein Idiom, das aus der Begegnung der Küstenbewohner mit arabischen Seefahrern entstanden ist. Mit Englisch, der Sprache der britischen Kolonialherren, kommen Sie in Tansania aber überall durch.
Jung ist diese Nation: 1961 wurde das ehemalige Deutsch-Ostafrika von Großbritannien unabhängig, drei Jahre später schlossen sich Tanganyika (so die historische Bezeichnung des Festlands) und die Inselgruppe Sansibar zur Republik Tansania zusammen. Ein innenpolitischer Unsicherheitsfaktor ist heute allein Sansibar - was daran liegen mag, dass die Inseln zu den ärmsten Regionen des ganzen Landes zählen. Die vorhandene Unabhängigkeitsbewegung hat dennoch wenig Rückhalt in der Bevölkerung.
Eine der größten Herausforderungen, vor denen Tansania steht, ist die Erhaltung seiner sagenhaften Natur. Noch gehört das Land zu den artenreichsten der Welt. Doch viele der 310 Säugetierarten, mehr als 1100 Vogelspezies und 10000 Pflanzen, von denen es ein Viertel nirgendwo sonst auf der Welt gibt, sind durch Bevölkerungswachstum, große Nutztierherden und Brandrodung stark gefährdet. Umweltschutz und die Einbeziehung der lokalen Bevölkerung in Tourismusprojekte spielen in Tansania seit Jahren eine immer wichtigere Rolle, damit die Natur langfristig eine Chance hat. Es lohnt sich, als Urlauber darauf zu achten, ob ökologische und soziale Standards eingehalten werden. Damit Sie eines Tages in ein ebenso zauberhaftes Land zurückkehren können, wie Sie es jetzt genießen.
3500000 v. Chr.
Die „Wiege der Menschheit": Hominiden hinterlassen ihre Spuren im Great Rift Valley
Ab 9. Jh.
Beginn des Handelsverkehrs. Aufschwung der Suaheli-Kultur
1498
Der Portugiese Vasco da Gama erreicht die ostafrikanische Küste. Die Portugiesen herrschen für 200 Jahre
18. Jh.
Muslime kontrollieren die Handelswege. Der Handel mit Elfenbein, Sklaven und Bodenschätzen blüht
19. Jh.
Die ersten Missionare kommen
1873
Der Sklavenhandel wird verboten
1890
Sansibar wird britisches Protektorat. Tanganyika gehört zur Kolonie Deutsch-Ostafrika
1905-1907
Rebellion der afrikanischen Arbeiter (Maji-maji-Aufstand) gegen die deutschen Kolonialherren
1919
Nach dem Ersten Weltkrieg wird Tanganyika unter das Protektorat der Briten gestellt
9. Dezember 1961
Tanganyika wird unabhängig. Ein Jahr später wird Julius Nyerere zum Präsidenten gewählt
26. April 1964
Tanganyika und Sansibar schließen sich zur Republik Tansania zusammen
1967
Arusha-Deklaration: Die sozialistische Ära Tansanias beginnt
1985
Nyerere tritt zurück, der Afrikanische Sozialismus ist gescheitert
1995
Erste Mehrparteienwahlen
2005
Jakaya Kikwete wird Präsident
2020
In diesem Jahr soll der Schnee auf dem Kilimandscharo - bedingt durch den Klimawandel - verschwunden sein
Handeln statt reden
Reisen bereichert und verbindet Menschen und Kulturen. Jedoch: Wer reist, erzeugt auch CO2. Dabei trägt der Flugverkehr mit bis zu 10 % zur globalen Erwärmung bei. Wer das Klima schützen will, sollte sich somit nach Möglichkeit für die schonendere Reiseform (wie z.B. die Bahn) entscheiden. Wenn keine Alternative zum Fliegen besteht, so kann man mit atmosfair...
handeln und klimafördernde Projekte unterstützen.
atmosfair ist eine gemeinnützige Klimaschutzorganisation.
Die Idee: Flugpassagiere spenden einen kilometerabhängigen Beitrag für die vonihnen verursachten Emissionen und finanzieren damit Projekte in Entwicklungsländern, die dort helfen den Ausstoß von Klimagasen zu verringern. Dazu berechnet man mit dem Emissionsrechner auf www.atmosfair.de wie viel CO2 der Flug produziert und was es kostet, eine vergleichbare Menge Klimagase einzusparen (z.B. Berlin-London-Berlin: ca. 13 Euro). atmosfair garantiert, unter der Schirmherrschaft von Klaus Töpfer, die sorgfältige Verwendung Ihres Beitrags. Auch der MairDumont Verlag fliegt mit atmosfair.
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Der Freund der wilden Tiere rettete die Serengeti
Ohne ihn wäre die Serengeti wohl kein Nationalpark: Bernhard Grzimek, Verhaltensforscher und Direktor des Frankfurter Zoos, setzte sich mit Verve für die Serengeti ein. Seine oscarprämierte Dokumentation „Serengeti darf nicht sterben" machte die Steppe und ihre wandernden Herden weltberühmt und ermöglichte die Schutzzone der bedrohten Tierarten, den Nationalpark. Für Grzimek selbst endeten die Dreharbeiten tragisch: Sein Sohn Michael verunglückte bei einem Flugzeugabsturz tödlich. Er wurde am Rand des Ngorongoro-Kraters begraben; heute steht dort zum Gedenken eine Steinpyramide. Vater Bernhard setzte nach dem Tod des Sohnes die gemeinsame Arbeit für den Schutz der Serengeti fort. Grzimeks persönliche Freundschaft zu Tansanias Gründungspräsident Julius Nyerere trug maßgeblich dazu bei, dass die Parkgrenzen nach ökologischen Kriterien festgelegt wurden. Außerdem besorgte er das nötige Geld: Die Frankfurter Zoologische Gesellschaft unterstützt die Serengeti bis heute - Grzimek war lange Präsident der Naturschutzorganisation. Als der Tierschützer 1987 starb, wurde seine Urne nach Tansania überführt. Bernhard Grzimek wurde neben seinem Sohn Michael beigesetzt.
Ein Edelstein, der rarer ist als Diamanten
Wenn die Legende stimmt, dann war es ein Massai-Hirte, der Ende der 1960er-Jahre nach einem Buschfeuer die Steppe im Schatten des Kilimandscharo als Erster durchquerte - und dabei in der Asche verstreut die blau leuchtenden Steine entdeckte, die kurze Zeit später zum Edelstein des 20. Jhs. gekürt wurden. Tansanit ist einer der rarsten Schmucksteine der Welt - die globalen Diamantvorkommen etwa sollen tausend Mal so groß sein. Geschürft wird er nur in einer einzigen Mine in den Merelani-Hügeln in der Nähe von Arusha. Kommt Tansanit aus dem Boden, ist der Edelstein schmutzig braun wie eine Bierflasche. Erst auf 500 Grad erhitzt, wandelt er sich in das glänzende Blauviolett - je stärker der Violettanteil, desto wertvoller. Geologen vermuten, dass der Tansanit seine einzigartige Mischung einem Vulkanausbruch des Kilimandscharo verdankt. Wer einen geschliffenen Edelstein als Andenken mit nach Hause nehmen will, muss in der besten Qualität (Rating AAA) mit hohen Preisen rechnen - und sich beeilen. In 40 Jahren, so die Schätzungen, wird der letzte Tansanit über den Ladentisch gegangen sein.
Afrikas berühmtes Hirtenvolk im Aufbruch
Wer im Norden Tansanias reist, trifft sie mit Sicherheit: in rote Tücher gewandete Männer, die mit ockerfarbenem Haar, prächtigem Kopfschmuck und einem Speer in der Hand in der Landschaft stehen, still wie eine Statue. Die Massai sind ein nomadisches Hirtenvolk, das heute noch so lebt wie vor Jahrhunderten. Gesellschaftlicher Status wird vor allem anhand der Herde gemessen: Je größer diese ist, desto reicher ist ihr Besitzer. Geschlachtet werden die wertvollen Tiere nur bei besonderen Anlässen. Hauptnahrung der Massai ist Milch, gemischt mit vorsichtig abgezapftem Rinderblut. Mit der Pubertät begehen die jungen Männer die Initiation zum Krieger (moran). Rituell müssen sie dann zum Beweis ihrer Kraft einen Löwen mit dem Speer erlegen. Nicht nur weil das inzwischen verboten ist, öffnen sich viele Massai immer mehr der Gesellschaft. Schulbildung und wirtschaftliche Chancen etwa im Tourismus führen dazu, dass vor allem junge Massai in die Städte ziehen und ihre Lebensweise ändern. Wer bleibt, lebt häufig vom Tourismus. In cultural villages genannten Massai-Dörfern bieten die Bewohner einen Einblick in das traditionelle Leben, der leider häufig durch aggressive Geldwünsche (etwa für Fotos) getrübt wird.
Die Kinder der Regenmacher
Im Hauptwerk von Aniceti Kitereza, einem der wichtigsten tansanischen Schriftsteller, geht es um die Liebe und das Leben eines kinderlosen Paares auf dem Land.
Eine Frage der Zeit
Drei deutsche Werftarbeiter reisen nach Deutsch-Ostafrika, um im Auftrag des Kaisers ein Dampfschiff in Einzelteile zu zerlegen und auf dem Tanganyika-See wieder aufzubauen. Drama von Alex Capus nach einer wahren Geschichte.
Grund zur Hoffnung
Autobiografie der Biologin Jane Goodall, die mehr als 30 Jahre lang Schimpansen im Gombe-Nationalpark erforscht hat.
Der Mann, der die Tiere liebte
Lesenswerte Biografie von Claudia Sewig über Bernhard Grzimek.
Sansibar
Moderner Politkrimi von Giles Foden, der die Trauminsel im Umfeld von islamischem Extremismus und den Al-Kaida-Anschlägen auf die US-Botschaften in Nairobi und Daressalaam von 1998 beschreibt.
Hatari!
Regisseur Howard Hawks inszenierte den Klassiker 1962 als grandiosen Landschaftsfilm. Gedreht wurde u.a. in Arusha und der Farm Momella (heute Hatari Lodge).
Schnee auf dem Kilimandscharo
Ernest Hemingway schrieb 1936 die Short Story über den Schriftsteller Harry, der zwischen Traum und Tod unterhalb des Kilimandscharo-Gipfels auf Rettung wartet. 1953 diente der Stoff als Vorlage für den Hollywoodklassiker Schnee am Kilimandscharo (mit Gregory Peck).
http://amateurtraveler.com
Podcasts (Audio und Video, auf Englisch) mit ganz persönlichen Reisegeschichten aus aller Welt, darunter auch aus Tansania und Sansibar.
www.oneplanetmedia.de
Blog des Autors mit aktuellen Berichten aus Tansania und den Nachbarländern.
www.zgf.de
Die Frankfurter Zoologische Gesellschaft, seit Bernhard Grzimek in Tansania aktiv, bloggt unter anderem aus der Serengeti.
www.janegoodall.org
Die Stiftung der Forscherin Jane Goodall berichtet aktuell aus Gombe und bietet Wissenswertes zu den Primaten.
Für den Inhalt der Blogs & Podcasts übernimmt die MARCO POLO Redaktion keine Verantwortung.
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