Abenteuer Nepal: das Land des Mount Everests, der Geburtsort Buddhas - das Traumziel für viele Reisende zeichnet sich durch enorme Vielfalt aus. Dazu gehören nicht nur die gewaltigen weißen Bergriesen, sondern auch Nepals gastfreundliche und herzliche Menschen, die malerischen Dörfer, die große landschaftliche Vielfalt, der Reichtum an Religion, Kultur und Tradition. Neben Trekking und zahlreichen anderen sportlichen Aktivitäten laden einzigartige Kunstwerke und Heiligtümer zu einem Besuch in dem kleinen Vielvölkerstaat am Himalaja ein. Erleben Sie eine andere Welt, die voller Gegensätze steckt. Namaste!
Nepal, der Paradiesvogel Asiens: „Märchenland", „geheimnisvolles Königreich", „Land der Götter", „Land des Yeti", des Schneemenschen, oder „Shangri-La", spirituelles Paradies. Mit diesen werbeträchtigen Slogans können die meisten Nepalesen gut leben, denn sie sind stolz auf ihr Land und lieben es über alles, obwohl es als einer der ärmsten Staaten der Welt an seinen Problemen fast erstickt.
Es ist neben der Vielfalt und Schönheit eben jene magische, mystische und märchenhafte Atmosphäre, welche die Touristen anzieht. Das Flair liegt über ganz Nepal, über dem Kathmandu-Tal, das wegen Tausender Heiligtümer ein einzigartiges Kunstmuseum ist, und über dem Naturjuwel Himalaja, dem „Wohnsitz des Schnees" und der Götter, denen - so glauben die Nepalesen - die Bergsteiger auf den Köpfen herumtrampeln. Das Land ist für die Einheimischen eine einzige große Bühne, auf der mehr Feste veranstaltet werden, als das Jahr Kalendertage hat, und es ist ein Land, wo das Leben noch weitgehend vor und nicht isoliert in den Häusern stattfindet. Einsamkeit ist für Nepalesen unvorstellbar, Gemeinschaftsleben und Großfamilien sind die Norm.
Täglich neu gelebt, und zwar mit großer Intensität, wird die Religion. Die Menschen schöpfen aus ihr Kraft und Vertrauen in die Zukunft, wenn nicht für dieses, dann für das nächste Leben. Der Glaube an Wiedergeburten ist im Himalaja...
selbstverständlich, Gottheiten leben überall, Buddhismus, Hinduismus und lokale Glaubensrichtungen verschmolzen teilweise miteinander. Dazu ist die Religionsausübung in Nepal eine vergnügliche Sache und kommt in keiner Weise der ernsten Ehrfurcht in christlichen Kirchen nahe.
Im Hinduismus kann sich jeder die Gottheiten seiner Wahl suchen, Rituale sind wichtiger als Glaubensinhalte. Die Religion bestimmt die Herkunft und den Lebensrhythmus des Einzelnen und ist auf dem Land eng an die Natur und ihre Kräfte angepasst. Traditionelle religiöse Überzeugung ist auch, dass gläubigen Menschen, die in Nepal leben oder das Land besuchen, große Verehrung zuteilwerden soll, und dass jeder, der hier stirbt - auch der Unwissende - direkt das Nirwana, das ewige Paradies, erreicht. Pilger strömen in Scharen ins Land, darunter viele westliche Sinn- und Glaubenssucher, die vor allem der tibetische Buddhismus anzieht. Aber auch Reisenden ohne religiöse Intention bietet das Königreich viele Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten: Im Kathmandu-Tal können die Touristen „Tempelrallyes" unternehmen, im südlichen Tiefland Tiersafaris und im Gebirge Trekkingtouren.
Grob einteilen lässt sich das Land in drei Höhenstufen. Entlang der Grenze zu Indien liegt in meist nur 70 bis 200 m Höhe der subtropische Terai, der Ausläufer der Gangestiefebene. Hier kennt man lediglich „Hills", Hügel bis zu einer Höhe von 1800 m. Der Terai war früher eine malariaverseuchte Fieberhölle, seit wenigen Jahrzehnten sind Malaria, Dschungel und wilde Tiere weitgehend verschwunden. Dafür lebt dort jetzt knapp die Hälfte der nepalesischen Bevölkerung, überwiegend Hindus, aber auch einige Moslems. Die Kornkammer Nepals ist abgesehen vom Winter sehr heiß, weist eine hohe Luftfeuchtigkeit auf und wirkt ziemlich indisch: Mehr Rikschas als Autos sind unterwegs, viele Männer tragen lungis (lange Röcke), und ein großer Teil der Bevölkerung spricht Hindi.
Das Mittelgebirge ist das Herzstück des Landes, mit Höhen...
zwischen 400 und 3000 m. Hier liegen die Hauptstadt Kathmandu auf 1300 m Höhe und das zweite Touristenzentrum Pokhara auf 800 m Höhe. In Kathmandu, der Stadt der Tempel und Götter, bilden die Kulturstätten die Hauptattraktion, wenngleich die Schneegipfel aus der Ferne grüßen. In Pokhara dagegen sind die Berge zum Greifen nahe. Schnee fällt weder im Kathmandu- noch im Pokhara-Tal. Die Temperaturen sind gemäßigt mit nicht zu heißen Sommern und relativ milden Wintern. In der Mittelgebirgsregion lebt ein weiterer Großteil der Bevölkerung, davon über 1,5 Mio. im Kathmandu-Tal, dem Zentrum des Landes. Hier ist der Punkt, an dem sich Religionen und Völker vermischen. Das wahre Nepal jedoch ist der ländliche Bereich, wo etwa 85 Prozent der Menschen zu Hause sind.
Im Hochgebirge schließlich, das fast ganz zu Tibet gehört, finden sich nur knapp zehn Prozent der Gesamtbevölkerung. Hier liegen die Lieblingsziele der Trekker und Bergsteiger. Um diese Ziele zu erreichen, müssen Sie in tieferen Regionen aufbrechen und mehrere Kultur- und Vegetationsstufen des Landes durchqueren - und genau darin liegt der Reiz des Trekkings in Nepal: Der Weg und nicht das Ende des Aufstiegs ist das Ziel.
Leider sind die meisten Trekker blind für die Realitäten, mit denen die Einheimischen zu kämpfen haben. Seit 1990, als das Volk sich das erste Mal gegen die absolute Macht des damaligen Königs Birendra auflehnte, ist die Politik bzw. der Neuaufbau des Staates das beherrschende Thema in Nepal. Doch die Wirtschaft kommt nicht in Gang, die Menschen sind frustriert, die Kriminalitätsrate steigt. Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen liegt bei umgerechnet ca. 388 US-$, wobei die Bauern, insbesondere die Bäuerinnen, als Selbstversorger mit wenig Einkommen die Hauptarbeit leisten. Kinderarbeit ist weit verbreitet, Sklaverei in Form von Schuldknechtschaft vor allem im Tiefland nicht unbekannt. Durch das Kastenwesen sind der Ausbeutung noch immer Tür und Tor geöffnet.
Verschärft werden die...
wirtschaftlichen Probleme durch Nepals Lage zwischen den Großmächten Indien und China. Beiden liegt viel daran, dass im kleinen Nachbarland Ruhe herrscht. Der seit 1996 andauernde bewaffnete Kampf der Maoisten, dem ca. 13000 Nepalesen zum Opfer fielen, wurde im November 2006 durch die Unterzeichnung eines Friedensabkommen mit der Sieben-Parteien-Allianz offiziell beendet.
Dennoch: Nepal ist ein sanftmütiges Land, in dem der Tourismus einer der wichtigsten Wirtschaftszweige ist. Viele Nepalesen haben jedoch erkannt, welch negativen Auswirkungen er auf Kultur und Natur haben kann. Deshalb setzen sie auf umweltverträgliche Konzepte und vor allem auf Reisende, die die fremde Kultur respektieren. Ein Paradies, wie ein Werbeslogan glauben machen will, ist Nepal keines. Paradiesisch schön dagegen schon, und es steckt dank seiner Vielfalt voller Überraschungen, die entdeckt werden wollen.
Vorgeschichte
Die frühe Geschichte Nepals liegt weitgehend im Dunkeln
563 v. Chr.
Buddha wird in Lumbini, Südnepal, geboren
400-879
Königreich der Liccachavi-Dynastie
1200-1482
Königreich der eingewanderten Mallas im Kathmandu-Tal. Einführung der hinduistischen Kastenordnung
1768
Unter dem Eroberer Prithvi Narayan Shah entsteht das heutige Nepal
1814-1816
Krieg mit Britisch-lndien um Gebiete im Terai
1846
Putsch der Rana-Familie
1854-1856
Zweiter Krieg gegen Tibet
1951
Revolution gegen die Rana-Familie. Shah-König Tribhuvan gewinnt mithilfe Indiens die Macht zurück
1959
Erste freie Wahlen Nepals
1960-1962
Tribhuvans Sohn Mahendra putscht, Nepal wird Hindu-Staat
1975
Mahendras Sohn Birendra besteigt den Thron
1990
Nach einem blutigen Volksaufstand wird Nepal wieder Demokratie
Juni 2001
König Birendra wird ermordet, sein Bruder Gyanendra der Nachfolger
April 2006
Nach Massenprotesten geht die Macht an die Regierung der sieben parlamentarischen Parteien zurück
April 2007
Einsetzung einer Interimsregierung mit Maoistenbeteiligung
Mai 2008
Ausrufung Nepals zur Republik und Abschaffung der Monarchie
Juli 2008
Dr. Ram Baran Yadav wird zum ersten Präsidenten gewählt
Handeln statt reden
Reisen bereichert und verbindet Menschen und Kulturen. Jedoch: Wer reist, erzeugt auch CO2. Dabei trägt der Flugverkehr mit bis zu 10 % zur globalen Erwärmung bei. Wer das Klima schützen will, sollte sich somit nach Möglichkeit für die schonendere Reiseform (wie z.B. die Bahn) entscheiden. Wenn keine Alternative zum Fliegen besteht, so kann man mit atmosfair handeln und klimafördernde Projekte unterstützen.
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Geheime Wahlen
Der Roman von Manjushree Thapa schildert anschaulich und in bunten Farben das Dorfleben und seine politische Kultur in den 1990er-Jahren.
Göttin auf Zeit
Einen tiefen Einblick in das Leben und die Gefühlswelt der ehemaligen Kumari Amita Shakya, der Mädchengöttin, die ihre Kindheit hinter Tempelmauern verbracht hat, gewährt der Tatsachenbericht von Gerhard Haase-Hindenberg.
Im Schatten des Heiligen Baumes
Die hinreißend von Greta Rana erzählte Lebensgeschichte einer Ärztin aus einer Sherpafamilie spielt in den Hochtälern des Himalaya.
In eisigen Höhen
Jon Krakauers Bestseller beschreibt ausgewogen die schrecklichen Ereignisse am Everest im Jahre 1996, als gleich mehrere Bergsteiger beim Gipfelsturm starben.
Solange ich atme, hoffe ich. Verschollen im Himalaja
James Scott berichtet eindringlich über seinen 43-tägigen Überlebenskampf im Himalaja, nachdem er sich im Schneesturm verlaufen hatte.
Der Ring des Buddha
Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte des Schweizer Geologen und Nepalreisenden Toni Hagen, der als erster Europäer 1950 das „verbotene Königreich" durchquerte und damit zur Legende wurde.
Everest - Spiel mit dem Tod
Der Film begleitet sechs Bergsteiger unter der Führung des erfahrenen Expeditionsleiters Russel Brice bei ihrem spannenden und emotionsgeladenen Aufstieg zum Gipfel.
Die Durbar Squares von Kathmandu, Patan, Bhaktapur
Die berühmten Durbar Squares (Stadtplätze vor Palästen) von Kathmandu, Patan und Bhaktapur waren niemals Markt- oder Versammlungsorte. Vielmehr dienten sie der Inszenierung des höfischen und städtischen Rituals, was noch heute bei manchen Festen, beispielsweise beim Indra Jatra, beobachtet werden kann. Diese öffentlichen Bühnen entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte durch immer wieder neue Stiftungen von Tempeln, Schreinen und anderen öffentlichen Gebäuden zu reizvollen, abwechslungsreichen Plätzen. Stundenlang können Sie dort fotografieren und das bunte Treiben verfolgen. Die Stufenbauweise vieler Tempelfundamente macht's möglich.
Eine singende Nonne, Volkslieder und Rockbands
Als Reiseandenken darf eine CD mit nepalesischen Volksliedern einschließlich der beliebten, an jeder Ecke gespielten Volksweise „Resam Firiri" nicht fehlen. Traumhaft...
schön sind auch die Meditationen der Nonne Ani Choying Drolma, die mit Erlösen aus ihren Tourneen und dem Verkauf von CDs wie „Moments Of Bliss" eine Schule für junge Nonnen unterhält (Arya Tara School | Pharping | nur nach Voranmeldung Tel. 01/6922435 | www.choying.com). Immer wieder hörenswert ist auch der Soundtrack des Films „Caravan". Angesagt bei Nepals Jugend sind die Sänger Dipak Barjacharya, Sugam Pokhrel und Nabin Bhattarai sowie die Sängerin Nima Rumba. Zu den beliebten Rockbands gehören u.a. 1974 AD, Nepathya sowie Mukti & Revival.
www.nepal-dia.de
Private, regelmäßig aktualisierte Website mit vielen Informationen - auf Deutsch
www.yetizone.com
Virtuelles, englisches „Guidebook" von nepalerfahrenen Trekkern mit vielen (Touren-)Tipps, Forum zum Erfahrungsaustausch und „Yeticam"
http://www.travelblog.org/Asia/Nepal
Überwiegend englische Berichte und Bilder von Nepalreisenden
http://blog.com.np/
Nepalesische Journalisten bloggen in Englisch zu Politik und Wirtschaft
http://knockknocknepal.blogspot.com
Vergnüglich zu lesendes Reisetagebuch eines Amerikaners, der fünf Monate als Backpacker in Nepal unterwegs war
http://nepalergo.wordpress.com
Eindrücke einer Schweizer Ergotherapeutin, die in einem Krankenhaus in Tansen arbeitet
www.hitsfm.com.np
Website des nepalesischen Musiksenders „hitsfm" mit der Möglichkeit, ins aktuelle Programm reinzuhören und Podcasts herunterzuladen
Der Himalaja, die Bergsteiger und der Müll
Auch in Nepal ist es um die Umwelt nicht mehr gut bestellt: Entwaldung, Erosion, ein explodierender Autoverkehr, eine stetig schlimmer werdende Luft- und Gewässerverschmutzung. Im Gebirge trägt der Trekking- und Bergsteigertourismus seinen Teil dazu bei, besonders am Mt. Everest und in der Annapurna-Region. Allein am Everest wurden in den vergangenen Jahren rund 50 t Müll zurückgelassen. Seit 1992 müssen Bergsteigergruppen eine hohe Kaution hinterlegen, die sie erst wiederbekommen, wenn sie ihren Abfall zurückbringen. Durch diese Maßnahmen sollen auch die Nepalesen erzogen werden, die an den Missständen nicht ganz unschuldig sind.
© Verlag Marco Polo