Strände, Palmen und schwarze Perlen sind feste Bestandteile im Südsee Urlaub. Französisch Polynesien hat aber auch eine interessante Geschichte zu bieten.
130 Inseln, Atolle und Inselchen, gruppiert zu fünf Archipelen mit so klingenden Namen wie den Marquesas, den Tuamoto- und den Gesellschaftsinseln, ergänzt durch die Gambier- und Australinseln, liegen über eine riesige Fläche verstreut im Südpazifik. Die bevölkerungsreichsten und mit Tahiti auch die bekanntesten sind die Gesellschaftsinseln. Wer hätte noch nicht von der Landung James Cooks mit seinem Schiff Endeavour gelesen und sich gewünscht, wenigstens einmal im Leben seinen Fuß auf diese Insel setzen zu dürfen. Was den Franzosen damals als Paradies und Hölle zugleich erschien, ist heutzutage ein Reiseziel erster Klasse. Kreuzfahrten, Passagierflugzeuge und Luxusreisen bringen die "Entdecker" unserer Zeit nach Tahiti in den Urlaub. Französisch Polynesien hat ja auch alles, was man sich von einem perfekten Südseeurlaub erwartet:
Freundliche Menschen, weiße Strände, Korallenriffe, Lagunen, steile, dunkelgrün überwucherte Berge und Vulkankegel, Palmen, Musik und Tänze sowie eine bemerkenswerte Geschichte, die bereits lange vor der Entdeckung durch die Europäer begann. Allein die frühere Gesellschaftsstruktur kennen zu lernen, die Adelskasten und Freie kannte, die religiösen Zeremonien inklusive Menschenopfer, die traditionelle Kleidung und vieles anderes Wissenswertes mehr wären schon Grund genug für einen Urlaub. Französisch Polynesien bereist man am besten mit viel Zeit und einem guten Reiseführer, der brauchbare Länderinformationen und Karten neben den üblichen Sehenswürdigkeiten aufführt. Auch sollte man sich vor der Anreise über die aktuellen Bestimmungen die Einreise betreffend informieren, beispielsweise beim Französischen Konsulat. Vorab aber schon mal das Wichtigste für den Urlaub:
Französisch Polynesien ist Mitglied der EU, was ein Visum unnötig macht, der maschinenlesbare Personalausweis oder Reisepass muss allerdings noch mindestens drei Monate gültig sein. One Way darf nicht auf die Inseln eingereist werden, man benötigt ein Rückflugticket sowie muss über "ausreichende" Geldmittel verfügen. Wenn man direkt an- und abreist, können Deutsche und andere Bürger der EU auch mit einem maschinenlesbaren Personalausweis einreisen, jeder Stop Over in einem Drittstaat jedoch macht den Reisepass erforderlich. Die Anreise erfolgt im günstigsten Fall über die USA mit Destination Papeete, der Hauptstadt Französisch Polynesiens auf Tahiti. Von dort kann man die anderen Inseln bereisen, meist mit einem Kleinflugzeug, aber auch per Boot können schöne Südseetouren unternommen werden.
Impfungen sind nicht notwendig, es sei denn, man war kurz zuvor in einem Land mit Gelbfiebergefährdung, dann muss man diese Impfung nachweisen, um nicht als "Kurier" für die Krankheit zu dienen. Ältere Hotels haben oft noch eine 110 V Spannung, wofür man französische Adapter an der Hotelrezeption bekommt. In den neueren Anlagen bestehen bereits die gewohnten 220 V für den Südsee Urlaub. Französisch Polynesien hat die Währung CFP Franc, wobei ein Euro etwa 120 Francs darstellt. Travellerchecks und Kreditkarten werden in den größeren Ortschaften und Hotels akzeptiert und Bargeld kann man ebenfalls problemlos im Hotel einwechseln lassen. Bei der Buchung des Hotels sollte man gleich den Transfer Flughafen - Hotel und zurück beachten und mitbuchen. Taxis sind teuer in Französisch Polynesien, auch auf kurzen Strecken. Eine günstige Art des Transports stellen die lokalen Busse "Le Trucks" dar. Für 120 CFP kann man die Insel erkunden und sich den Fahrtwind durch die offenen Fenster um die Nase wehen lassen.
In Papeete befindet sich auch das Tourist Information Office, das Tourismusbüro, wo man gute Reiseinformationen bekommen kann. Auch wenn man nur kurze Zeit in der Hauptstadt Papeete verbringt, sollte man einen Abstecher in die lokale Markthalle machen. Zwischen den Arkaden im Kolonialstil erwartet den Reisenden eine fantastische Auswahl an unbekannten und bekannten Früchten, Gewürzen, Handwerkswaren wie Körben und anderen Gütern. Über allem hängt ein nur exotisch zu nennender Duft. Im oberen Stockwerk kann man sich mit den seltsamsten Souvenirs eindecken. Die schwarzen Südsee Perlen mit ihren schillernden Farben ersteht man in den Geschäften rund um den Markt oder im Perlenmuseum im Stadtzentrum. Beim Kauf der Perlen sollte man unbedingt auf ein Echtheitszertifikat achten!
Eine der Sehenswürdigkeiten Tahitis ist der Botanische Garten von Papeari. Neben den jahrzehntealten Gewächsen und einer stark duftenden Blütenvielfalt beherbergt der Garten das Gauguin Museum. Historische Fotografien und Schautafeln liefern Wissenswertes aus dem Leben und Schaffen des bekannten Künstlers, die Gemälde selbst sind leider nur Repliken. Ethnologisches, Naturkundliches und Historisches findet sich im Inselmuseum Musée de Tahiti et des Îles in der Nähe Punaauias. Ritualgegenstände, Steinskulpturen und antike Waffen sind hier ausgestellt und bereichern jeden Urlaub. Französisch Polynesien hat eine lange, teilweise auch blutrünstige Geschichte, der nachzuspüren lohnt. Alle Inseln liegen im kühlenden Seewind, so dass das Klima übers ganze Jahr ausgesprochen angenehm ist. Leichte Kleidung ist völlig ausreichend. Beinahe jeder Urlauber wird sich auf den Inseln mit den bunten Pareos eindecken, ein fast unverzichtbares Kleidungsstück in diesen Breiten. Sie sind einfach nur praktisch und so schön bunt bedruckt.
Da die Unterwasserwelt im Gegensatz zur Landfauna sehr artenreich und bunt ist, lohnt sich das Tauchen hier ganz besonders. Korallenriffe voller bunter Fische und auch die großen Walhaie und Mantas können besucht werden. Schwämme und bunte Garnelen bevölkern die vielen flachen Lagunen in diesem Südsee Paradies, die zum Schwimmen und Schorcheln nicht besser sein könnten. Auf der Insel Raiatea im Ort Opoa befindet sich Marae Taputapuatea, eine der heiligsten und besterhaltenen Stätten der gesamten Inselgruppe. Marae bezeichnet einen Versammlungsort der Großfamilien und Stämme Polynesiens. Auf den Marquesas finde sich zudem die Tikis, menschenähnliche steinerne Skulpturen mit einer Höhe bis zu zweieinhalb Metern. Zahlreiche Wasserfälle, schwarze und weiße Sandstrände und nicht zuletzt die Vulkane der Inseln zählen aber mindestens ebenso zu den Sehenswürdigkeiten, wie Gebäude und Skulpturen.
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