Belgien - Was für ein Reiseziel!
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Klein, aber umso komplexer. Das ist Belgien in vier Worten, ein kleines Land mit kaum zehn Millionen Einwohnern, aber dafür mit drei Regionen (Brüssel, Flandern und Wallonie), drei Sprachgemeinschaften (niederländisch/flämisch, französisch und deutsch) und zehn Provinzen.
In diesem (zu) kleinen Haus – bis auf weiteres ein Königreich –, das 1830 gegründet und unabhängig und seitdem unzählige Male »renoviert« wurde, wird mit burgundischer Üppigkeit gelebt und gefeiert, und wenn man gerade nicht feiert, wird gestritten. Und doch findet sich für jeden Streit eine Lösung, ein Kompromiss: Auch das ist typisch belgisch und flämisch, liegt doch die burgundische Natur vor allem – auch historisch – in Flandern.
Zwischen beiden Landesteilen gibt es wahrscheinlich ebenso viele Gemeinsamkeiten wie Unterschiede; so ist Belgien ein Land der Kontraste. Die Wallonie ist (oder besser: war) industriell geprägt und richtet sich jetzt vor allem auf die neuen Technologien aus. Flandern musste sich aufgrund der fehlenden Rohstoffe im Land stets auf die Verarbeitung importierter Materialien konzentrieren. Bereits im Mittelalter wurde englische Wolle zu flämischen Tuchen verarbeitet – und gleichzeitig zu Geld gemacht –, während einige Jahrhunderte später die Wallonie mit der Metallindustrie reich wurde.
Derzeit sind die Petrochemie und der Fahrzeugbau wichtige Wirtschaftszweige, doch der Diamantensektor darf keineswegs unterschätzt werden. Der folgende Satz ist eine Verallgemeinerung und muss daher mit Vorsicht formuliert werden: Der Charme von Flandern gründet zu einem Großteil darauf, was Flandern im frühen Mittelalter war: zusammen mit Italien die wichtigste »Städtelandschaft« in Europa.
Welkom in Vlaanderen!
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