Monaco/Monte Carlo
Das Fürstentum Monaco mit Monte Carlo ist Inbegriff von Glanz und Glamour, von Luxus und Verschwendung, Treffpunkt der Reichen und Schönen, Parkplatz für Edelkarossen und Luxusjachten. Seit dem Hochmittelalter konnte der kleine Staat seine Unabhängigkeit unter der Herrschaft der Grimaldis meist bewahren. Heute zeigt er, wie ein Mini-Fürstentum überleben kann, indem es den Reichen dieser Welt Schutz vor dem Fiskus und gleichzeitig hohe Sicherheit gewährt. Damit dieses geniale Konzept der Grimaldi AG aufgehen konnte, musste Platz geschaffen werden, und in Monaco bedeutet dies, in die Höhe bauen und Tunnel graben. Denn wenn es auf dem Felsen an der Traumküste an irgendetwas mangelt, dann ist das Grund und Boden.
Noch bis Mitte des 19. Jh. waren die Monegassen bitterarm. Erst als das Casino ab Mitte der 1860er Jahre erfolgreich war und Monaco 1868 an das französische Eisenbahnnetz angeschlossen wurde, begann das Fürstentum allmählich zu prosperieren. Das Casino war es auch, das die Prominenz und den europäischen Adel nach Monte Carlo lockte. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm das Fürstentum richtig Fahrt auf und entwickelte sich unter Fürst Rainier III. immer mehr zu einem erfolgreichen Wirtschaftsunternehmen. Allerdings besteht inzwischen eine Wirtschafts- und Zollunion mit Frankreich, und außenpolitisch wird der Zwergstaat von der französischen Republik vertreten.
Wer nach Monte Carlo fährt, darf natürlich das Casino nicht verpassen. 1878 wurde es von Charles Garnier, dem Architekten der Pariser Oper, erbaut. Die prächtige Villa, die das Musée National de Monaco beherbergt, stammt ebenfalls von ihm. Ein marmornes, mit Säulen bestücktes Atrium und mehrere Spielzimmer mit bunten Fenstern, Skulpturen, allegorischen Bildern und bronzenen Lüstern erwarten den staunenden Besucher. Die ganz in Rot und Gold gehaltene Salle Garnier ist seit über einem Jahrhundert Bühne für internationale Operninszenierungen, Konzerte und Ballettaufführungen. Vor dem berühmten Spielcasino erstrecken sich großzügige, farbenprächtige Grünanlagen mit schönen Springbrunnen. Wer sein Geld lieber verfuttert statt verspielt, kehrt lieber ins Drei-Sterne-Restaurant von Alain Ducasse an der Place du Casino ein. Billiger wird es vielleicht nicht, aber man schwelgt in unglaublichen kulinarischen Genüssen. Am selben Platz befinden sich die beiden Institutionen Café de Paris und Hôtel de Paris. Das Meer und das Centre de Congrès sind ganz in der Nähe, der Strand vor der Avenue Princesse Grace ist jedoch künstlich aufgeschüttet.
Eine weitere Attraktion ist der prächtige Fürstenpalast . Tagtäglich gibt es ein Spektakel vor der kanonenbestückten Residenz auf der Place du Palais: die Wachablösung jeden Mittag um fünf vor zwölf. Wer die Garde versäumt, ergötzt sich an der herrlichen Aussicht auf Monte Carlo und Umgebung. Die Monegassen lieben ihr altes Stück Monaco: die Altstadt mit der Chapelle de la Miséricorde, den Jardins St-Martin, der Place St-Nicolas und der Rampe Major.
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