Gletscher kalben sehen und Eisbären beim Jagen beobachten können im Urlaub. Grönland macht ausgefallene Wünsche wahr.
Eine weite raue Landschaft, vom Massentourismus noch völlig unberührt, die eine Vielzahl an sportlichen Möglichkeiten bietet, ist ein ideales Ziel für Abenteuerlustige und Naturfreunde. Vielen ist das Land bisher nur als weißer Fleck irgendwo tief unter dem Flugzeug bekannt, über das man in wenigen Minuten hinweggeflogen ist. Dabei würde sich ein genauerer Blick doch sehr lohnen: Gar nicht so weit weg von Europas Festland, wartet die größte Insel der Welt darauf, per Hundeschlitten oder Schneeschuhen erkundet zu werden, gerade im Urlaub. Grönland ist sicher kein leichtes Reiseziel, das sich per Pauschalreise im Sonnenstuhl kennenlernen lässt. Dafür aber gibt es hier noch wirklich einsame Regionen, in denen man zu sich selbst finden kann, beispielsweise bei einer Trekkingtour an der Küste entlang. Oder beim Eisklettern über die gigantischen Inlandeisgletscher, die beinahe die gesamte Landfläche der Insel bedecken. Der bequemste Weg ist sicherlich eine Kreuzfahrt, beispielsweise mit den Hurtigrouten oder jeder anderen Gesellschaft, die dieses dänische Hoheitsgebiet anfährt.
Denn zu Dänemark gehört Grönland, obwohl es geologisch gesehen ein Teil von Nordamerika ist und an den Kaffeklubben Inseln bei 83°40` nördlicher Breite mit nur 710 km Entfernung zum Nordpol auch die nördlichste zusammenhängende Landmasse darstellt. Im Süden beendet Kap Farvel bei 59°46` nördlicher Breite die Südküste Grönlands. Dazwischen erstrecken sich, im Süden, hochgelegene Hügelländer, die im Sommer blühende Weideflächen für Schafe und Pferde abgeben und an der Küste in Buchten und Fjorden auslaufen. Das Landesinnere bis in den Norden hinauf befindet sich zum großen Teil unter der Höhe des Meeresspiegels und ist mit einem bis zu 3.000 Meter dickem Eisschild bedeckt, der noch aus der letzten Eiszeit stammt. Dicker geht es sonst nur in der Antarktis. Dieses Becken wird von einem Hochlandrandgebirge eingesäumt, das sich im Osten, im Watkins Gebirge, bis auf den 3.694 Meter hohen Gunnbjørn Fjeld oder auch Hvitserk erhebt. Eine echte Herausforderung für jeden Bergsteiger im Urlaub. Grönland ist aber auch etwas für Skifahrer. In einigen Gegenden kann man das ganze Jahr über auf den Brettern stehen.
Der Westen Grönlands ist aufgrund starker Föhnwinde eine kalte Trockensteppe, hier und im Südwesten befinden sich die Hauptstadt Nuuk, Thule sowie alle größeren Städte und Ortschaften. Kajaktouren sind perfekt geeignet, um ganz nahe an die Gletscher in den Fjorden heranzukommen. Etwas Abstand sollte allerdings gewahrt werden, besonders bei kalbenden Gletschern kann man sich leicht in Gefahr bringen. Wenn man dabei noch auf Wale oder Robben stößt, wird so eine Kanu- oder Bootsfahrt zu einem ganz besonderen Erlebnis in jedem Urlaub. Grönland genauer kennen zu lernen lohnt sich: Dafür empfiehlt sich eine der mehrtägigen Touren mit dem Hundeschlitten, denn so bekommt man ein besonders detailliertes Bild dieser riesigen Eisinsel, mitsamt ihrer menschlichen Ureinwohner, den Inuit, und auch den tierischen, wie Eisbären oder Moschusochsen in freier Wildbahn. Viele Inuit leben heute noch genau so wie ihre Vorfahren und gelten als sehr gastfreundlich, ein kleiner Abstecher in eines ihrer Dörfer sollte also ein fester Bestandteil jedes Grönlandurlaubs sein. Dabei bietet sich auch die Gelegenheit, eines der Kunstwerke aus dem traditionellen Handwerk der Inuits zu erstehen: Mit Jagdszenen beschnitze Stoßzähne des Walrosses zum Beispiel.
Eine ganz andere Perspektive dagegen bietet ein Hubschrauberflug über die Insel im Urlaub. Grönland zeigt sich dann von seiner unerbittlichsten Seite: Gletscher um Gletscher türmen sich auf- , neben- und hintereinander. Die Eisfelder werden hier und da von gigantischen, geheimnisvoll blaugrün schimmernden Spalten durchtrennt, die ein Weiterkommen auf dem Boden unmöglich machen. Zwei der besonderen Sehenswürdigkeiten Grönlands sind Mitternachtssonne und Polarlicht, je nachdem, ob man im Sommer oder im Winter anreist.
Für die Einreise wird ein drei Monate gültiger Reisepass verlangt, wenn man aus EU Ländern stammt, ist kein Visum nötig, auch nicht für einen Aufenthalt über drei Monaten. Das Klima beim Urlaub Grönland ist polar bis subpolar, also sollte man nicht ausgerechnet die warmen Sachen zuhause lassen. Obwohl man sich vor Ort Sportausrüstung leihen kann, sollt man doch möglichst eigene Ausrüstung mitbringen, dann gibt es keine böse Überraschung und man muss im schlimmsten Fall auf keinen Ausflug oder Aktivität verzichten.
Die richtige Reisezeit hängt davon ab, was man unternehmen möchte: Wer gerne mit dem Kajak bis zum Inlandeis fahren und Robben beobachten möchte, sollte den Sommer wählen. Im Winter lockt das Polarlicht, der Wintersport und die Hundeschlittentouren. Ein bisschen von beidem kann man in den Monaten März bis Juni erleben. Dann kann auch die Sonne schon überraschend warm scheinen und der Süden erblüht unter der Pracht arktischer Flora. Gute Länderinformationen und anderes Wissenswertes kann man sich vorab im Internet herauspicken oder man kauft sich einen guten Reiseführer, der tiefergehende Informationen bereithält.
Auf Grönland selbst bewegt man sich mit dem Schiff oder dem Flugzeug vorwärts, aber auch Hundeschlitten gehören durchaus zu den üblichen öffentlichen Verkehrsmitteln. Landeswährung ist die dänische Krone, wobei ein Euro etwa 7,50 DKK darstellen. Vor der Anreise sollte man sich aber nochmal genau und vor allem aktuell informieren, die dänische Botschaft hilft hier gerne und gibt auch andere Reiseinformationen an Interessierte weiter. Beim Urlaub Grönland muss man im Hotel nicht auf seine altbewährten Elektrogeräte verzichten, 220 V Spannung und die üblichen Steckdosen für C und F Stecker gibt es auch hier. Spricht man noch englisch, kommt man zumindest in den Städten problemlos durch, viele Tourenführer sprechen dazu noch ausgezeichnetes Deutsch. Einem beeindruckenden Urlaub im Eis steht also nichts mehr im Wege.
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